Laden...
Kersbach/Pommersfelden
Zivilcourage

28-Jähriger verhindert Vergewaltigung: Fall aus Franken heute bei Aktenzeichen XY

Bei der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" werden jährlich drei Menschen geehrt, die außergewöhnliche Hilfe bei der Aufklärung von Kriminalfällen bewiesen haben. Einer der möglichen Kandidaten kommt aus dem Landkreis Bamberg und wird in der heutigen Sendung (03. Juni 2020) mit seinem Fall vorgestellt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Aktenzeichen XY-Moderator Rudi Cerne. Foto: Matthias Balk/dpa
Die Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" wird von Rudi Cerne moderiert. Foto: Matthias Balk/dpa

Die Kriminalsendung "Aktenzeichen XY ungelöst" trägt seit 1967 zur Verbrechensbekämpfung bei. Es werden ungelöste Fälle vorgestellt und Zuschauer können dabei helfen, die Verbrechen aufzuklären. Jährlich wird außerdem an drei Menschen, die außergewöhnliche Hilfe bei der Aufklärung von Verbrechen und Zivilcourage bewiesen haben, der XY-Preis verliehen. 

Aus circa 100 Vorschlägen, die beispielsweise von Privatpersonen und Polizeidienststellen eingereicht werden können, wählt eine Fachjury im Herbst die drei Preisträger aus. Dieses Jahr könnte ein Franke zu den Preisträgern gehören.

Vergewaltigung in Kersbach: Oberfranke beweist Zivilcourage

In der Sendung am heutigen Mittwoch von "Aktenzeichen XY ungelöst" (03.06.2020, 20.15 Uhr im ZDF) wird der XY-Preis-Kandidat Nummer zwei mit einem kurzem Film vorgestellt. Dabei handelt es sich um den 28-jährigen Thomas Schmitt aus Pommersfelden-Steppach im Landkreis Bamberg.

In Kersbach bei Forchheim wird am 28. Mai 2016 eine 17-jährige Frau von einem 26-jährigen Serienvergewaltiger in den Graben einer Landstraße gezogen. Zu diesem Zeitpunkt fährt dort Thomas Schmitt mit seinem Auto vorbei. "Zum Glück war es an dem Tag sehr heiß, sodass ich die Fenster im Auto unten hatte. Und ich war gerade dabei, die Musik zu wechseln, sonst hätte ich die Schreie womöglich gar nicht gehört", erinnert sich Schmitt.

Weil er die Schreie nicht gleich lokalisieren kann, wendet Thomas Schmitt. Plötzlich springt ein Mann aus dem Graben und läuft an dem Auto vorbei. Die junge Frau kriecht weinend aus dem Graben. Thomas Schmitt reagiert geistesgegenwärtig: Er informiert die Polizei und kümmert sich um das Opfer, während er den Täter beobachtet. "Der Täter blieb die ganze Zeit in meinem Blickfeld. Er ist auf dem Bahnsteig des Kersbacher Bahnhofs auf und ab gelaufen", sagte Schmitt inFranken.de. 

Genaue Beobachtungen helfen der Polizei

Durch die Beobachtungen von Thomas Schmitt kann die Polizei den Mann, der bereits eine 16-Jährige vergewaltigt und außerdem versucht hatte, eine 20-Jährige zu vergewaltigen, kurz darauf festnehmen. Er wurde zu neun Jahren Haft verurteilt.

Thomas Schmitt hat dabei nicht nur sehr schnell reagiert, sondern gleichzeitig vorsichtig gehandelt, sodass weder er, noch das Opfer in weitere Gefahr gerieten. Auch das ist ein Kriterium für die Jury des XY-Preises. Thomas Schmitt sagte, er freue sich darüber, Kandidat für den Preis zu sein. Heute Abend wird er den 28. Mai 2016 bei Aktenzeichen XY noch einmal revue passieren lassen und das Geschehen nacherzählen.