Trotz Regenwetter ist Johannes Butzbacher draußen unterwegs. Er füttert Enten und Hühner, gräbt das Gemüsebeet um, damit es winterfest wird. Der 28-Jährige versucht gemeinsam mit seiner Familie alles für den Eigenverbrauch anzubauen.

"Meine Eltern haben in einem kleinen Rahmen damit angefangen. Seit rund drei Jahren betreibe ich den Anbau aktiv mit und habe die Flächen vergrößert", erzählt der junge Vater, "es geht hauptsächlich um die Kinder." Denn er möchte, dass seine beiden Söhne Miguel (2) und Fabian (1) kein gespritztes Obst oder Gemüse essen.


Kein Zukauf von Gemüse


"Man kann nicht alles perfekt machen", gesteht der 28-Jährige, "aber wir kaufen zum Beispiel kein Gemüse dazu.
Wir essen das, was bei uns im Garten ist." Und was nicht gleich verputzt werden kann, wird eingelagert - sofern das möglich ist. Einiges kann eingefroren werden, anderes wird zu Marmelade verarbeitet oder anders haltbar gemacht.

Auch die Äpfel, die auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück der Familie Butzbacher wachsen, werden weiterverarbeitet. "Wir hatten dieses Jahr 500 Kilo Äpfel", erzählt Johannes Butzbacher stolz, "daraus haben wir 260 Liter Apfelsaft gemacht." Die Kanister sind dabei luftdicht verschlossen, so dass der Saft bis zu ein Jahr gelagert werden kann. "Mein Großer trinkt nur noch den selbstgemachten Apfelsaft", sagt er lachend.
Dabei ist der ehrgeizige Ansatz des jungen Vaters gar nicht so einfach umzusetzen: "Momentan bin ich in Elternzeit, aber normalerweise arbeite ich als Maschinenbautechniker bei Siemens."


Spaß ist Voraussetzung


Rund zehn Stunden in der Woche investiert er in die Arbeit im Garten - meist den ganzen Samstag und unter der Woche abends. Er spaltet Holz, damit geheizt werden kann, kümmert sich um die Tiere und wässert die Pflanzen. Von seinen Freunden wird er deshalb auch scherzhaft "Bio-Hans" genannt.

"Das muss einem schon Spaß machen, sonst würde man den ganzen Aufwand nicht betreiben", sagt er. Außerdem habe er Freunde, die ebenfalls viel selbst anbauen und Tiere halten: "Ein Kumpel zum Beispiel hat viele Fische. Dann tauschen wir auch manchmal. Ich bekomme Fisch und er Hühnchen." Schweinefleisch wird in der Familie Butzbacher eigentlich gar nicht mehr gegessen.

"Wir essen lieber weniger Fleisch, das ist dann aber ökologisch einwandfrei." Besonders Dokumentationen über Massentierhaltung und Tierquälerei haben den 28-Jährigen dazu bewogen: "Es ist nicht so, dass ich früher nicht auch in den bekannten Fast-Food-Läden gegessen habe. Aber seit ich Vater bin, habe ich angefangen, mehr über das Essen nachzudenken."