Es ist glühend heiß an diesem Donnerstagnachmittag. Die grelle Sonne lässt an diesem Nachmittag die gelbe Fassadenfarbe des geräumigen Hauses am Kirchenplatz besonders stark leuchten. Drinnen gibt es einen Billardraum. Dort sind die Wände mit bunten Billardkugeln angemalt, im Gemeinschaftszimmer sind witzige Farbspritzer an der Wand.

Ein Raum ist genauso quietsch-gelb wie die Außenfassade des Hauses und überall gibt es Sofas, Sessel und Kissen, die eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Es gibt keine anderen Worte dafür: Hier im Haus der Katholischen Jugend von Ebermannstadt sieht es echt cool aus.

Aber cool und katholisch - passt das im 21. Jahrhundert tatsächlich zusammen? "Ja das tut es", lacht Johannes Heberlein, "und wir beweisen, dass es geht."

Heberlein ist einer von zahlreichen Ebermannstadter Jugendlichen, die sich in der Katholischen Jugend engagieren.
Die Jugendlichen organisieren neben Jugendgottesdiensten auch sonst unglaublich viel: Im Sommer gibt es Zeltlager, sie beteiligen sich an der Kerwa in Ebermannstadt, richten das Johannifeuer aus und lustige Faschingsfeiern werden ebenfalls organisiert.

"Es gibt nicht mehr viele Gemeinden, in denen es eine Katholische Jugend gibt, die so viel organisiert", erklärt Elli Hübschmann.


Die Oma im Verein

Elli Hübschmann ist schon 24 Jahre alt und fühlt sich ein wenig wie die Oma im Verein. Ihrer Leidenschaft für die Arbeit der Katholischen Jugend tut das aber offensichtlich keinen Abbruch. "Die Menschen hier in Ebermannstadt kennen uns und wissen zu schätzen, dass wir viel für die Gemeinschaft hier vor Ort tun", sagt Hübschmann.

Dabei sind sich die jungen Ebermannstadter grundsätzlich darin einig, dass jeder in ihrer Gemeinschaft willkommen ist. Völlig unabhängig davon, welcher Konfession er angehört.
Ein gutes Beispiel für die Toleranz der Katholischen Jugend ist vielleicht Neuzugang Nico. Er ist seit ungefähr einem halben Jahr mit dabei, und er ist evangelisch.

Nico hat an einem Action-Wochenende teilgenommen, das die katholische Jugend organisiert hatte. Ihm hat es derart viel Spaß gemacht, dass er seither mit dabei ist.

"Ich erinnere mich noch an die Geschichten meiner Oma, dass man früher fast die Straßenseite wechseln musste, wenn man nicht dieselbe Konfession hatte. Das ist heutzutage einfach undenkbar. Wir verstehen uns daher auch eher als christliche Gemeinschaft anstatt einer katholischen. Bei uns ist wirklich jeder willkommen, auch Menschen, die gar keinen Glauben haben", sagt Kadda Hofmann.


Luftballons in der Kirche

Die jungen Ebermannstadter wollen zeigen, dass Kirche auch ganz anders geht. "Ein Gottesdienst, in dem ich nicht lachen kann, ist für mich kein Gottesdienst", sagt dann auch die Pfarrjugendleiterin Paulina Hübschmann.

Tatsächlich lassen sich die Ebermannstadter Jugendlichen für ihre Gottesdienste einiges einfallen. "Einmal haben wir zum Beispiel die ganze Kirche mit Luftballons für unseren Jugendgottesdienst geschmückt", erinnert sich Kadda Hofmann.