Der 19-jährige Simon Haendl aus Weißenohe liebt Filme und gutes Brot. Für einen Wettbewerb hat der Student der Theater- und Medienwissenschaft an der Universität Erlangen beides verbunden.

Den Film "Als Wasser und Brot noch keine Strafe war" hat er für einen Filmwettbewerb angemeldet. "Das ist der erste Film den ich vollständig selbst produziert habe", erzählt der 19-Jährige. Auf der Facebook-Seite seiner Fachschaft hatte er die Ausschreibung zu dem Wettbewerb gesehen und sich daraufhin daran gemacht, den Film zu schneiden.

Das Material dafür hatte er schon zuvor gesammelt. "Der Gedanke, diese Tradition, mit der ich aufgewachsen bin, und die leider langsam ausstirbt, zu dokumentieren, existierte schon lange", sagt Haendl, "als ich den Wettbewerb entdeckt habe, hatte ich also das perfekte Material dafür."

Den Produkten ein Gesicht geben

Der Wettbewerb, der unter anderem vom bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und dem "KErn" (Kompetenzzentrum für Ernährung) in Kulmbach ausgeschrieben ist, konzentriert sich darauf, bayerische Spezialitäten vorzustellen. "Man soll den Produkten sprichwörtlich ein Gesicht geben", sagt Haendl und ergänzt mit einem Augenzwinkern: "Wahrscheinlich geht es auch ein bisschen darum, anzugeben, dass wir hier in Bayern die besten Rezepte kennen."

Zugelassen sind bei dem Wettbewerb ausschließlich Videos von Studenten, die Film, Design oder auch ein Fach mit einem ähnlichen Schwerpunkt studieren. Auch das Thema ist relativ eng gefasst. "Bitte wähle deine Spezialität aus der Datenbank www.spezialitaetenland-bayern.deaus - andere Spezialitäten sind nicht zugelassen", heißt es auf der Homepage. Eine Fachjury wählt dann den Gewinner aus.

Die besten Videos schaffen es dann sogar auf die große Kinoleinwand: Sie werden im Vorprogramm ausgewählter Kinos (unter anderem im Capitol-Theater Zeil am Main, Odeon Bamberg und Lichtspiel Bamberg) zu sehen sein.

Simon will den Publikumspreis holen

Bei diesem Wettbewerb gibt es auch einen Publikumspreis zu gewinnen. Auf der Internetseite, auf der man die Filme ansehen kann, gibt es neben dem Filmtitel ein grünes Herz zu sehen. Mit einem Klick auf eben dieses gibt man seine Stimme für den Film ab. Der Publikumswettbewerb läuft noch bis einschließlich Dienstag, 31. März.

"Bei dem Publikumspreis gibt es ein Coaching mit dem Dokumentarfilmer Valentin Thurn zu gewinnen", erzählt Haendl, "das wäre für mich natürlich unglaublich cool, da man bestimmt einige wertvolle Tipps erhalten und vielleicht auch Kontakte für Praktika oder andere Projekte knüpfen kann."

Um diesen Preis zu gewinnen, muss der Weißenoher mehr Klicks als seine drei Konkurrenten haben. Mit dabei sind Filme über den Frankenwein, Apfeltaschen und Grießnockerln. Die filmische Umsetzung ist dabei bei jedem Film anders.

Eine kurze und eine lange Film-Version

Simon Haendl hat gleich zwei Versionen seines Films über das Fränkische Brot ins Internet gestellt. "Eigentlich war das ein bisschen meine eigene Dummheit", sagt er, "ich hatte mir die Wettbewerbsbedingungen nicht genau genug durchgelesen und glatt die Limitierung auf drei Minuten Länge übersehen." Aber ein Positives hat es: Wenn jemand mehr wissen möchte, kann er sich die lange Version auf Youtube anschauen. "Eigentlich bin ich mit dem Ergebnis daraus jetzt recht zufrieden, weil ich auch noch ein paar Fehler wie zum Beispiel Kamerawackler beseitigen konnte", sagt der 19-Jährige.

Um was es genau in dem Film geht, kann Simon Haendl auch in einem - zugegebenermaßen langen - Satz zusammenfassen. "In dem Video sieht man wie das beste Brot der Welt gemacht und gebacken wird, und lernt auch die Menschen dahinter etwas kennen und lernt hoffentlich, dass manche alten Traditionen unbedingt erhalten werden sollten."