Kurz mal weg - Fernseher in Standby. Kaffee gemacht - Maschine in Standby. Arbeit am PC vorerst erledigt - Computer in Standby. Jeder kennt diese Situationen, doch wie viel Geld einem durch den diesen Modus durch die Lappen geht, wissen die wenigsten.

Geräte, die immer zu laufen, fressen Strom und nicht gerade wenig. "Die heimlichen Stromfresser summieren sich", erklärt Christine Galster, Mitarbeiterin des Büros Energie und Klima des Landratsamtes Forchheim, "allein die Standby-Geräte kosten im Schnitt 75 bis 100 Euro im Jahr."

Dies kann durch einfaches Ausstecken oder abschaltbare Steckdosenleisten verhindert werden. "Allein für den Standby-Betrieb laufen im Durchschnitt zwei große Kraftwerke", erläutert Galster.


Beratung im Landratsamt

Das Büro für Energie und Klima berät ganzjährig die Bewohner des Landkreises rund um das Thema Klima und Energiesparen. Im Rahmen der Fördermittelberatung klären die Mitarbeiter über Förderprogramme und die Bezuschussung verschiedenster Projekte, wie beispielsweise die Erneuerung der Heizungsanlagen, auf. Außerdem geben sie den Verbrauchern Tipps, wie sie auch ohne Geld investieren zu müssen, Energie und somit Geld sparen können.

Neben der Beratung stellt das Büro für Energie und Klima auch ein Strommessgerät und ein LED-Lampenkoffer gegen ein Pfand, kostenlos zur Verfügung. Der LED-Koffer enthält 20 Lampen in den verschiedensten Größen und Formen. LED-Lampen sind die neuen Energiesparlampen.

Im Gegensatz zu den Energiesparlampen sind die LED-Lampen quecksilberfrei und leuchten nach dem Einschalten sofort in voller Kraft, wohingegen die Energiesparlampen eine gewisse Anlaufzeit benötigen. Vom finanziellen Aufwand seien die LED-Lampen zwar etwas teurer, jedoch soll die Lebensdauer um ein vielfaches höher sein als bei herkömmlichen Glühbirnen oder auch Energiesparlampen, erklärt Galster.


LED-Lampen zum Ausprobieren

Mit Hilfe dieses Koffers können die Verbraucher sich die Lampen daheim anschauen und austesten, denn nicht jedes Licht ist gleich. Es gibt verschiedene Lichtfarben und je nach Bodenbelag, Wandfarbe und Möbel wirkt das Licht immer anders. Mit Hilfe des Koffers sollen die Verbraucher ihre passende Lichtfarbe finden können, ohne sich im Laden etwas möglicherweise Unpassendes kaufen zu müssen.

Die größten Stromfresser in den deutschen Haushalten sind die großen Elektrogerät wie Wäschetrockner, Waschmaschine, Geschirrspüler und Kühlschrank. Hier zu sparen ist nicht leicht, da es sich um Gegenstände handelt, auf die nur schlecht verzichtet werden kann. Christine Galster gibt auch hier hilfreiche Tipps, um wenigstens ein wenig zu sparen: Auf den Wäschetrockner sollte man weitestgehend verzichten und seine Wäsche lieber an der Luft trocknen lassen.

Der Kühlschrank sollte sich nicht neben dem Herd oder der Heizung befinden, da er durch die warme Umgebung mehr Strom benötigt, um zu kühlen. Bei sämtlichen Geräten sollte unbedingt auf die Effizienzklasse geachtet werden. "Die derzeit beste Effiziensklasse ist A +++", erklärt Galster.


Beim Heizen sparen

"Heizung und Warmwasser machen circa 85 Prozent des Energieverbrauches aus", erläutert Galster. Mit dem richtigen Heizen und Lüften kann am meisten gespart werden. Das Lüften sollte im Idealfall nur als Stoßlüften erfolgen. Drei- bis viermal täglich die Fenster für fünf bis zehn Minuten komplett aufmachen reicht völlig aus. Durch stundenlanges Kippen der Fenster kühlen die Mauern aus. Während des Stoßlüftens sollten die Heizungen ausgeschaltet werden.

Um einen Raum warm zu bekommen, müssen die Heizkörper nicht bis zum Anschlag aufgedreht sein. Eine mittlere Stufe reicht völlig aus, um es angenehm warm zu haben, sagt Galster. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Raumtemperatur. Es wird davon ausgegangen, dass 20 bis 22 Grad in den Wohnräumen, in Schlafzimmer und Küche sogar nur 16 bis 18 Grad Raumtemperatur ausreichen.

"Durch eine Reduzierung der Raumtemperatur um nur zwei Grad lässt sich ein dreistelliger Betrag sparen", erklärt Galster. Am effizientesten wird geheizt, indem ein Zustellen der Heizung durch Möbel vermieden wird. Bis zu 500 Euro jährlich könne man durch richtiges Verhalten, ganz ohne Investitionen, sparen, ist sie sich sicher.