Alwin Wenzlaw aus Kersbach hat sich getraut. Obwohl es am Sonntag oft regnete, ist er nach Ebermannstadt gekommen, um bei der offiziellen Eröffnung der E-Bike-Region Fränkische Schweiz dabei zu sein. Er hat sich dann auch prompt auf ein Elektrofahrrad gesetzt, und es gleich selbst ausprobiert. Besucher der Veranstaltung durften sich am Marktplatz persönlich von den Vorzügen eines E-Bikes überzeugen. "Ich bin im fünften Gang den Berg am Freibad hinaufgefahren", erzählt Wenzlaw begeistert. Und er ist sich sicher: Wäre er mit seinem normalen Fahrrad gefahren, hätte er schon nach kurzer Zeit entkräftet absteigen müssen, und seinen Drahtesel die restliche Steigung lieber geschoben. "Aber ich musste nicht einmal aus dem Sattel steigen."
Zwei Kilometer lang war die Probestrecke, die neugierige Radler kostenlos testen durften. Trotzdem, so richtig ausnutzen wollten das nur einige Mutige. Obwohl sich die Sonne am Nachmittag mit Beginn des offiziellen Teils der Veranstaltung doch noch hervorwagte, bot der Sonntag einfach kein Wetter zum Radeln. Ständig drohten heraufziehende Regenwolken den Fahrspaß zu trüben. Gegen 14 Uhr trafen dann nach und nach die drei Sternfahrer-Teams aus den verschiedenen Landkreisen der Fränkischen Schweiz ein. Vertreten waren die Landkreise Bamberg, Bayreuth und Forchheim. Mit dabei waren auch die Bürgermeister aus Egloffstein (Stefan Förtsch), Heiligenstadt (Helmut Krämer) und Pottenstein (Stefan Frühbeißer) sowie die Landräte aus Bamberg (Günther Denzler) und Bayreuth (Hermann Hübner). Der Forchheimer Landrat Reinhardt Glauber konnte wegen einer Verletzung nicht mitradeln.
Die Sternfahrer hatten nicht nur mit den Regenschauern zu kämpfen. "Die Gangschaltung von meinem Elektrorad hat sich unterwegs kurz aufgehängt", berichtet Fastrad Jacob. Der 14-Jährige war mit dem Forchheimer Team in seinem Heimatort Egloffstein gestartet. "Unsere Gruppe hat kurz angehalten, dann hat es auch schon wieder funktioniert." Nach dem Schalten dürfe man nicht sofort wieder in die Pedale treten, das sei der Trick. Trotz der kleinen Panne hat der Jugendliche aber Geschmack am E-Bike gefunden. "Ich würde es gegen mein Mofa tauschen, wenn das Rad nur nicht so teuer wäre", sagt Fastrad.

29 Verleihstationen


Hermine Kemmerth fährt hobbymäßig Mountainbike und hat sich für ihre Testfahrt daher ein E-Mountainbike ausgesucht. "Man merkt einen deutlichen Unterschied. Mit dem E-Bike fährt sich alles ganz easy." Zu leicht für die sportliche Reifenbergerin. "Als Sportlerin möchte ich mich schon etwas mehr anstrengen", meint Kemmerth.
Die E-Bikes der Firma Movelo kommen aus der Schweiz. Genau wie Testfahrer Marcel Mattle. "Einfach genial", findet er das E-Bike. Der ehemalige Forchheimer lebt in der Schweiz und ist zu Besuch in seiner alten Heimat. Und zum ersten Mal auf einem E-Bike unterwegs. "Das könnte ich in der Schweiz auch gut gebrauchen", meint er anerkennend. "Eigentlich bin ich sonst lieber mit dem Motorrad als mit dem Fahrrad unterwegs."
29 Verleih- und Akkuladestationen gibt es schon in der Fränkischen Schweiz. 20 Euro kostet ein ganzer Tag mit dem Elektrofahrrad, ein halber 15 Euro