Spektakuläre Lichteffekte verwandeln den strengen Altarraum der Verklärung Christi in einen Lichtdom, riesige Bilder von Komponisten untermalen die Darbietungen des Liedervereins und der Solisten. In mystischem Dunkel betrat der Chor den Raum, die sphärischen Klänge eines gregorianischen Chores intonierend und es wurde Licht, als ein Madrigal von Jacobus Handel aus der Renaissance erklang. Hans Leo Haßler verschmolz die Kunst der venezianischen Canzonette mit dem deutschen Volkston. Frisch und leicht sang der Chor das "Tanzen und Springen".
Die Pracht des Barocks offenbart sich in Händels "Halleluja". Im dahinströmenden Jubel meisterte der Chor das Werk. Den Kontrast zur Prachtfülle Händels bildete die Kantate von Bach, "Dir zu singen Allerhöchster". Alexandra Kiunke spielte auf der Querflöte die Überleitungen. Eine kleine Unsicherheit des Chores überbrückte die Pianistin Roswitha Plott gekonnt. Sie erwies sich als umsichtige Begleiterin und zeigte in Solostellen ihr Können.
Die Zeit der Wiener Klassik wurde durch eines der schönsten Duette der Opernliteratur dargestellt. In Mozarts "Don Giovanni" sucht der Verführer das Herz der Zerlina zu gewinnen. Die Sopranistin Jennifer Rouse und Jens Birnbach sangen und spielten das mitreißend. Voller Hingabe präsentierte der Chor Beethovens Schlusschor aus der 9. Symphonie "Freude schöner Götterfunken".
Das 19. Jahrhundert ist das Zeitalter der großen Oper. Den Brautchor aus der Wagner-Oper Lohengrin "Treulich geführt" trug der Chor getragen und innig vor. In Verdis "La Traviata" tritt das Liebespaar Violetta und Alfredo mit einem feurigen Trinklied auf. Mit den Solisten Jennifer Rouse, Sopran und Won Cheol Song, Tenor vom Staatstheater Nürnberg hat Chorleiter Jens Birnbach einen Glücksgriff getan. Das zeigte sich auch bei "Habanera" in Georges Bizets Oper Carmen. Jennifer Rouse gestaltete ihre Carmen voller Leidenschaft und Ausdruck.
Die Sänger hatten eine große Leistung vollbracht. Das erfreute Publikum im gut gefüllten Kirchenraum erklatschte sich drei Zugaben.