In jüngster Zeit hätten sich die Fälle von Naturfrevel gemehrt. Teilweise sogar mit behördlichem Einvernehmen, klagte der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz (BN), Heinrich Kattenbeck. Deshalb wolltn die Naturschützer einen härteren Kurs gegen Umweltschänder und tatenlos zusehende Fachbehörden fahren. In Einzelfällen kündigte Heinrich Kattenbeck bei der Mitgliederversammlung der Kreisgruppe rechtliche Schritte an.
Die Kreisgruppe gehe gestärkt in den Kampf gegen Umweltsünder, betonte Kattenbeck. "Wir erleben momentan einen sprunghaften Mitgliederanstieg." Dank 624 neuer Mitglieder zählt die BN-Kreisgruppe jetzt 2728 Naturschützer. Tendenz steigend.

MIt gestärktem Selbstvertrauen


"Dies werten wir als Vertrauen in unsere Arbeit", erklärte Kattenbeck, der verstärkt den Kampf gegen Flächenfraß & Co. aufnehmen möchte. "Unsere Themen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Unsere Arbeit wird respektiert, unterstützt, gefördert und von so manchem Politiker anerkannt", behauptete Kattenbeck. Danke sagte der Kreisvorsitzend der BN-Ortsgruppe Ebermannstadt, dass "der unnötige Discounter auf der grünen Wiese verhindert" werden konnte. Jetzt wolle der Ebermannstadter Bürgermeister nicht erforderliche Baugebiete ausweisen. "Weil er selbst dort Grundstücke hat und einige befreundete Stadträte auch. Ist das nicht skandalös?", wetterte Kattenbeck.

Überflüssige Planung


Er verwies darauf, dass es in Ebermannstadt derzeit 190 freie Bauplätze gebe. Eine weitere Baulandausweisung sei daher nicht notwendig, fand Kattenbeck, der rechtliche Schritte gegen das Vorhaben ankündigte. Ein Anwalt sei bereits eingeschaltet.
Das Vorgehen von Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) aus Eggolsheim in Sachen "Mulchen" des Naturschutzgebietes "Alter Ludwig-Donau-Main-Kanal" bezeichnete Kattenbeck als "naturschutzwidrige Sauerei". Die BN-Ortsgruppe Eggolsheim kämpfe ferner gegen die Planung des neuen Lidl-Zentrallagers, denn dafür müsse ein 2000 bis 3000 Quadratmeter großes FFH-Naturschutzgebiet geopfert werden. Auch hier würden rechtliche Schritte geprüft.

Gegen Privilegien


Auch dem Forchheimer Oberbürgermeister Franz Stumpf (WUO) blase demnächst kräftiger Gegenwind ins Gesicht, versprach Kattenbeck. Die BN-Ortsgruppe Forchheim habe bereits eine Bürgerinitative ins Leben gerufen, um gegen die Pläne zu protestieren, dass für besser Verdienende exklusives Bauland geschaffen werde.
Die BN-Ortsgruppen Kirchehrenbach und Wiesenthau/Schlaifhausen suchten Verbündete gegen die Ostspange der Südumgehung Forchheim. Der BN habe bei einem Termin beim Staatlichen Bauamt in Bamberg das Ausmaß der Planung erst richtig erkannt. "Da graust es einer Sau", schimpfte Kattenbeck. Die Ostspange der Südumgehung Forchheim koste mehr als 40 Millionen Euro. Und das bei rückläufigem Ziel- und Quellverkehr.

Breiter Widerstand


Die Ostspange solle von Kersbach kommend Richtung Gosberg vierspurig ausgebaut werden. Es sollen Brückenbauten entstehen und das Wäldchen bei Kersbach müsse weichen. Der Gemeinderat Wiesenthau habe sich bereits einstimmig gegen diese Planung ausgesprochen. Noch vor Ostern soll eine Bürgerinitiative gegen das Projekt gegründet werden.
Auch auf die Personalveränderungen in der Unteren Naturschutzbehörde ging Kattenbeck ein. "Lieber Herr Landrat, ihre Entscheidung den Diplom Biologen Johannes Mohr aus der Arbeit der Unteren Naturschutzbehörde zu entfernen, war ein schlechtester Dienst für eine fruchtbare, erfolgreiche Arbeit zur Einhaltung von Recht und Gesetz", klagte er.
Johannes Mohr sei es niemals darum gegangen, Gesetzeslücken zu suchen, um Naturschutzgesetze und Verordnungen auszuhebeln, sondern darum, dem Naturschutz zu seinem Recht zu verhelfen und zu zeigen, dass Naturschutzgesetze und Verordnungen von jedermann einzuhalten sind.