Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren sollen künftig in der "Siekids"-Kindertagesstätte in Forchheim betreut werden. "Siekids" ist ein Betriebskindergarten von Siemens. Dies hat die Siemens-Mitarbeiterin Irma Paringer jetzt den Mitgliedern des Haupt- Personal und Kulturausschusses erklärt. Sie begründete auch die Notwendigkeit dieser Einrichtung und unterstrich den Bedarf.
Bei den Siemens-Betriebskindergärten in Erlangen, Amberg, München und anderen Standorten gebe es lange Wartelisten. Eltern sei es wichtig, die Kleinen in ihrer Nähe zu haben, vor allem, wenn sie in einer Kinderkrippe untergebracht seien. Hinzu kämen die komfortableren Öffnungszeiten.
Siemens-Kitas hätten länger geöffnet als entsprechende Einrichtungen kommunaler oder kirchlicher Träger. Derzeit warteten am Standort Erlangen 120 Eltern auf einen Krippenplatz, weitere 40 auf einen Platz in einem betriebseigenen Kindergarten.

2500 Quadratmeter groß


Untersuchungen hätten gezeigt, dass pro hundert Mitarbeiter einen Platz in einer Kinderkrippe und einen in einem Kindergarten benötigten. Bei zukünftig 3300 Mitarbeitern am Standort Forchheim sei rein rechnerisch von 66 Kindergartenplätzen auszugehen.
Die Planungen mit 61 Plätzen - davon 36 für Kinder bis drei und 25 für die Vorschulkinder bis sechs Jahren - orientierten sich an diesem Bedarf. Grundsätzlich, so Irma Paringer, sei der Betriebskindergarten auch für Kinder offen, deren Eltern nicht bei Siemens beschäftigt seien. Dies sei aber Verhandlungssache.
Fest steht: Für den Kindergarten benötigt Siemens ein 2500 Quadratmeter großes Grundstück, möglichst in Firmennähe. Im Gespräch sei ein Grundstück "An der Lände", ergänzte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/ WUO). Stumpf räumte aber ein, dass es in der Sache nach Gesprächsbedarf gebe.
Ebenfalls noch offen ist die Frage der Trägerschaft. Hier suche Siemens den Kontakt mit der Caritas, der Arbeiterwohlfahrt und ähnlichen Einrichtungen. "Entscheidend ist, wer das beste Konzept vorweisen kann", erklärte Paringer. Sie ließ auch keinen Zweifel daran, dass Siemens an seine Einrichtung hohe Anforderungen stellt. So soll der Kindergarten so ausgerichtet sein, dass er einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt hat.
Eine weitere Voraussetzung: Die Kinder sollen hier zweisprachig aufwachsen. "Soweit wir das Fachpersonal dafür finden", schränkte Irma Paringer allerdings gleichzeitig etwas ein. Sie verwies darauf, dass eine derartige Einrichtung zu einer Attraktivitäts-Steigerung Forchheims beitragen werde. "Da ist Zuzug von außerhalb zu erwarten", zeigte sich die Siemens-Mitarbeiterin zuversichtlich.

Fertigstellung nicht vor 2013


Das löste Begeisterung bei den Stadträten aus. Angesichts der Bedarfsprognosen bedauerte Manfred Hümmer (FW), dass für Forchheimer Kinder wohl nur wenige Plätze zur Verfügung gestellt werden könnten.
Udo Schönfelder (CSU) stellte zufrieden fest, dass Siemens der demografischen Entwicklung Rechnung trage und Mitarbeiter an das Unternehmen binde. Lisa Hofmann (SPD) begrüßte das Projekt, zumal es in Forchheim eine derartige Einrichtung bislang nicht gebe. "Das stärkt den Siemens-Standort Forchheim", bekräftigte Hofmann.
Joshua Flierl (JU) forderte ein festes Kontingent für Forchheimer Kinder in dieser Einrichtung und Edith Kern (SPD) hoffte darauf, dass es möglichst wenige Tage gibt, an denen dieser Vorzeige-Kindergarten geschlossen hat.
Irma Paringer zeigte sich gegenüber diesen Anregungen aufgeschlossen. Auch über eine Vergrößerung der Einrichtung könne man reden. Erst einmal aber muss sie gebaut werden. Läuft alles nach Plan, soll noch in diesem Jahr der erste Spatenstich gemacht werden. Die Fertigstellung ist für Dezember 2013 geplant.