Die Sommerolympiade am Samstag, ausgerichtet von den vier Schützenvereinen der beiden Orte, erwies sich als ein voller Erfolg. Gemütliche Bankreihen hinter der Kirche bis zum Gasthof Schuhmann luden bei herrlichem Wetter zum Verweilen. Das nicht allzu große Festzelt wurde tagsüber wenig strapaziert. Das war auch der Absicht der Organisatoren. Ein Dorffest sollte es sein. Dazu gehörte der festliche Gottesdienst am Sonntagmorgen genauso wie ein faszinierender historischer Festzug am Nachmittag.

Bunter Zug durch die Straßen


Die ganze Gemeinde feierte, die Vereine scheuten keine Mühen. Die Dorfgemeinschaften der Gemeinde Pinzberg präsentierten sich in ungewohnt traditioneller Form, zogen in einem bunten Zug durch die drei Hauptstraßen. Wer sieht schon einmal die Mitglieder des Katholischen Frauenbundes Pinzberg in ihrer handbestickten, original-fränkischen Tracht oder den obligatorischen Kammerwagen bei der Hochzeit. Viele einfache Gerätschaften aus früheren Zeiten zeigte der Heimat- und Trachtenverein Heroldsbach. Die Kreebauern aus Effeltrich waren ebenso dabei wie die Königlich Bayerische Landwehr aus Leutenbach oder die Trachtengruppe Kirchehrenbacher Heimatfreunde.

Gemeinderäte in Kostümen


Tapfer, der Hitze trotzend zogen die Pinzberger Ratsherrn ihre traditionelle Kleidung an - freilich ausgeliehen vom Fundus der Stadt Forchheim. Hermann Greif, Gemeinderat und Kreisobmann des Bauernverbandes, war fast sprachlos ob der vielen Besucher. "Dies ist eine hervorragende Werbung für Gosberg, beeindruckt hat mich vor allem auch die reiche Phantasie des Kindergartens Pinzberg", meinte er. Die einzige Pinzberger Ratsdame, Andrea Blank aus Dobenreuth, fand ihre Kleidung zwar sehr originell, meinte dann aber doch, im Alltag wieder in ihr gewohntes Kleid steigen zu wollen. Freilich: Respekt einflößend wirkten die Räte in ihren Roben schon.
In den Höfen stellten die Besitzer der Anwesen traditionelles Gerät der früheren Bauern aus. Die Vereine nahmen sich Themen in den offenen Höfen vor. Der Jugendgemeinderat richtete eine Kinderolympiade aus. Einsätze am Feuerwehrschlauch gehörten ebenso dazu wie Angeln oder Spickern.

Ein ungewohnter Anblick


Gemeinderat Werner Greif stand bereits am Vortag beim Gasthof Schuhmann am Straßenrand neben dem Festzelt und ließ die friedliche Dorfszene ohne Lärm auf sich wirken. Ungläubig schüttelte er den Kopf. Kein Auto weit und breit, das am Betreten der Straße hinderte. Der Ortskern war für zwei Tage gesperrt, musste umfahren werden. "Wir bauten das Zelt unter der Woche fast unter Lebensgefahr auf, Auto an Auto im Durchgangsverkehr. Jetzt dieses heimelnde Dorfbild! Wie kann man nur gegen die Umgehung des Ortes sein." Wirklich eine ungewöhnliche Erfahrung für die Anwohner, die heute wieder die Rushhour ertragen müssen.