"Ich muss zugeben, ich bin etwas nervös bei dem ganzen Trubel", gesteht er mit einem schiefen Lächeln. Die Schlange der zum Sektempfang geladenen Gäste vor ihm ist lang. Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Kollegen von den Stadtwerken Forchheim, Vertreter von Firmen und anderer Stadtwerke - jeder möchte Müller persönlich die Hand schütteln und ihm ein Geschenk überreichen, die sich neben ihm schon stapeln: Weinflaschen, Bücher und Präsentkörbe.

Von Hof über Bamberg nach Forchheim


Der Forchheimer Bürgermeister Franz Stumpf ist es, der die Geburtstagsreden eröffnet, die fast alle eines zum Thema haben: Erinnern. Locker schildert Stumpf den Werdegang des Geburtstagskindes. "Bei Reinhold Müller kann man nicht von dem klassischen Lebenslauf - Grundschule, Gymnasium, Beruf - sprechen", sagt er und beschreibt dessen Laufbahn von der Ausbildung zum Starkstromelektriker in Hof über das Studium der Elektrotechnik und seiner Arbeit bei den Stadtwerken Bamberg bis schließlich hin zu Müllers Ernennung zum Geschäftsführer der Stadtwerke Forchheim. Das war 1991, als er sich unter 50 Bewerbern durchsetzte.

Jürgen Mittermeier, Stadtbrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim und Mitarbeiter der Stadtwerke, blickt mit der Frage "Wissen Sie's noch, Chef?" humorvoll zurück auf so manche Situation, die er während seiner 21-jährigen Zusammenarbeit mit Müller erlebt hat. So standen sie beispielsweise "strahlend wie kleine Jungs" vor den technischen Plänen einer Erdgas-Tankstelle, bei deren Umsetzung es aber drunter und drüber ging.

Eisenbahn gab Ausschlag


Müller schließlich hält die letzte Rede, die sechste an diesem Vormittag. Er bedankt sich sichtlich gerührt für die vielen Glückwünsche. Seine Nervosität ist noch immer nicht verflogen: "Sie hören es selber, meine Stimme ist leicht belegt. Ich bin aufgeregt", sagt er in die versammelte Runde. Auch er blickt zurück in die Vergangenheit. Er erzählt, wie er als Kind trotz Verbot der Großmutter, bei der er so manchen Nachmittag verbracht hatte, den Kontakt zu den amerikanischen Besetzern gesucht hat, die ihm den "chewing gum", den Kaugummi, nahegebracht und ihm seinen ersten englischen Satz beigebracht haben: "Yes, I like ice cream." Und er beschreibt, wie er seine erste Spielzeugeisenbahn ausgepackt hat. "Den Geruch von Feinöl, der beim Auspacken aus dem Karton stieg, habe ich heute noch in der Nase." Dieses Ereignis sei mitverantwortlich gewesen für seinen Berufswunsch, Elektroniker werden zu wollen.

Für die Zukunft wünscht er sich "im Bezug auf die Stadtwerke Forchheim, dass die Gewinne nicht privatisiert und die Verluste nicht sozialisiert werden". Und mit einem noch immer leicht nervösen Lächeln fügt er hinzu: "Aber zuallererst natürlich, dass die Familie gesund bleibt."