Agieren, bevor man reagieren muss: Straftaten vorzubeugen, darin sieht die Sicherheitswacht der Polizei Forchheim ihre Aufgabe. Als verlängerter Arm der Ordnungshüter in Grün sind Werner Baier und seine sieben Kollegen momentan auf den Straßen unterwegs. Für diesen ehrenamtlichen Dienst sucht die Truppe in blau nun neue Kollegen.

Baier selbst trägt seit neun Jahren zum Sicherheitsgefühl der Forchheimer bei. "Man kann einfach zeigen, dass man für seine Stadt da ist", sagt der gebürtige Forchheimer.

"Unsere Stadt ist ruhig und human", weiß Hauptkommissar Christian Obenauf. Aber auch in Forchheim fühlten sich die wenigsten in einem menschenleeren Parkhaus sicher.

Neben der regelmäßigen Kontrolle solcher potenzieller Gefahrenpunkte gehört für Werner Baier "der Kontakt zum Bürger" zu seinen Aufgaben. Hier freue er sich über positives Feedback: "In Forchheim ist man schon von den Bürgern angesehen."

Mehr Rechte als der normale Bürger haben auch die Sicherheitswächter nicht; aber sie können beispielsweise einen Platzverweis auszusprechen und haben auch das Recht, von Mitbürgern einen Ausweis zu verlangen. Oft könne man eine Situation schon dadurch entschärfen. "Es wird versucht, ohne die Polizei Probleme zu lösen", bestätigt Jürgen Knauer von der Polizei Forchheim.

Auf dem neuesten Stand

"Ein Auge auf jüngere Zeitgenossen zu werfen, ist oft Schwerpunkt unserer Arbeit", sagt Baier. Etwa bei Grillfeiern auf der Sportinsel oder bei Zusammentreffen im Stadtpark sei das nötig. Heutzutage sei es schwer einzuschätzen, "welcher Jugendliche mit starkem Alkohol oder Zigarette in der Hand auch wirklich schon 18 Jahre alt ist". Aufzutauchen wie ein Besserwisser und Oberlehrer sei da keine gute Herangehensweise. "Man muss die Sprache der Jugendlichen sprechen", betont Baier.

45 Stunden Theorie

Wie die Kommunikation mit der Bevölkerung am besten gelingt, lernen die Sicherheitswächter in einem 45-stündigen Theorieunterricht. Neue ehrenamtliche Ordnungshüter werden gemeinsam mit Anwärtern der Dienststelle Bamberg ausgebildet werden. Die Suche nach Nachwuchs diene nicht der Vergrößerung der Wacht, sondern ihrer künftigen Stärkung, erklärt Knauer. Die momentane Aufstellung der Helfer in blau sei auch vollkommen ausreichend. "Die Zeiteinteilung hier ist flexibel und sehr unkompliziert," bestätigt Baier und fügt hinzu: "Wir treffen uns alle vier Wochen zu einer Besprechungsrunde, in der wir den groben Plan festsetzen. Einem Kollegen mit einer Schicht aushelfen, ist aber auch kein Problem."

Auch wenn die Arbeit ein Ehrenamt ist, sind die etwa 15 Stunden im Monat keineswegs umsonst. Eine Aufwandsentschädigung von 7,60 Euro pro Stunde steht jedem Sicherheitswächter zu. Wer mitmachen will, sollte zwischen 18 und 60 Jahre alt, den Anforderungen des Außendienstes gewachsen sein und im Raum Forchheim wohnen.

Die acht Sicherheitswächter, die sich momentan wöchentlich auf Streifengänge von drei bis fünf Stunden begeben, kommen aus jeder Altersgruppe und freuen sich auf Verstärkung, die sich gut in ihr Team einfügt.