Ohne Vergleichsmöglichkeiten sei sie außer Stande, dem Zahlenwerk zustimmen zu können, sagte Berthholdt.
VG-Geschäftsleiter und Kämmerer Andreas Pfister war überrascht; schließlich hatte seine Verwaltung die Haushaltsunterlagen bereits im Februar den Gemeinderäten zukommen lassen, sodass genügend Zeit für eine Gegenüberstellung der Zahlen und eine entsprechende Anforderung noch benötigter Vergleichsdaten gewesen wäre.

Nun soll der Etat in der nächsten Gemeinderatssitzung beraten werden. Diskussionsbedarf hatte es bereits zuvor gegeben, als verschiedene Auftragsvergaben für die Abbruch- und Neubaumaßnahme der Kindertagesstätte anstanden. Die CSU-Fraktion monierte vor allem die Kostenentwicklung bei der Baumaßnahme, die sich von den ursprünglich im Etat 2011 eingestellten 1,593 Millionen Euro auf heute rund 1,670 Millionen Euro erhöht hatten.

Dies nahm Wolfgang Batz (CSU/ÜWG) zum Anlass, daran zu erinnern, dass die Gemeinderäte den Bürgern gegenüber für die Ausgaben der öffentlichen Mittel verantwortlich seien. Er könne es akzeptieren, dass sich die 1,5 Millionen Euro um acht bis zwölf Prozent erhöhten; eine Preissteigerung von "unglaublichen fast 80 Prozent" dagegen könne er nicht hinnehmen. Auch seine Fraktionskollegin Bertholdt pflichtete bei und lehnte für sich einen Beschluss darüber ab, solange nicht geklärt sei, was denn die Gewerke so viel teurer gemacht hatte. FW-Gemeinderat Bernhard Kotz wollte schon deswegen seine Zustimmung verweigern, weil "einheimische Firmen nicht genügend berücksichtigt worden waren" und weil auch ihm ein Mehrpreis von fast 80 Prozent einfach zu hoch erschien.


"Kostenexplosion"



Der mit der Projektierung befasste Architekt M. Schulz wies darauf hin, dass sich "trotz einer Kostenexplosion" bei den haustechnischen Gewerken (seit November 2010) gerade einmal eine Kostensteigerung von 3000 Euro gegenüber des veranschlagten Preises ergeben habe.

Schließlich kam auch Batz zur Einsicht, dass man trotzdem die Aufträge vergeben müsse, um so den Baufortgang nicht weiter zu verzögern, nachdem jetzt das Fundament fertiggestellt sei. Um die Kosten etwas zu senken, sprach man sich letztlich mit 12:0 Stimmen für eine Vergabe der Flachdacharbeiten zum ermäßigten Angebotspreis (Kostenvoranschlag 111.800 Euro) von etwa 115.000 Euro an die Firma Weidmann aus Nürnberg aus, allerdings ohne die ursprünglich mit enthaltende Dachbegrünung. Die Streichung bringt eine eine Einsparung von rund 30.000 Euro.

Nachdem dann die Aufträge für die Flaschnerarbeiten (11.611 Euro), die Metallbauarbeiten (43.918 Euro) und die Putzarbeiten (76.948 Euro) ebenso unkompliziert wie mit großer Mehrheit vergeben worden waren, wie die Arbeiten an den Innentüren (42.151 Euro) und Fenster (75.442 Euro), wollte man dann angesichts der doch deutlichen Preissteigerungen an diesem Abend von weiteren Auftragsvergaben absehen.

Zu guter Letzt stimmte der Rat dann einstimmig dem Bau für die Bauschutt-Recyclinganlage an der Scherleite im Ortsteil Gaiganz zu, sowie dem Zuschussantrag des Fördervereins der Volksschule Effeltrich in Höhe von 7000 Euro. Fr