VON Josef Hofbauer und Karl-Heinz Frank

Das Interesse der Effeltricher darüber, was künftig mit dem Grundstück hinter dem Rathaus, das die Gemeinde von der Obstbaum-Genossenschaft gekauft hat, geschehen soll, ist groß. Das zeigt sich allein an der Wahlbeteiligung, die deutlich über 60 Prozent liegt.
Kein Wunder. Hier geht es um eine Entscheidung vor Ort. Da ist jeder betroffen. So richtig in Schwung kamen die Effeltricher Wähler gestern nach dem Mittagessen. Zwischen 12.30 Uhr und 15 Uhr wurden in dem Wahllokal im Rathaus nicht weniger als 500 (von 1700) Wählern gezählt. Vom Jungwähler bis zu den Senioren war alles auf den Beinen.
Nach einer kleinen Zwischenflaute gab es ab 16.30 Uhr an den Urnen noch einmal Hochbetrieb. Vor den Lokalen bildeten sich immer wieder Menschentrauben; eifrig wurde über den Ausgang des Bürgerbegehrens und dessen Folgen diskutiert.


Mehrheit von 71 Stimmen

Etwas schleppender verlief die Wahl in Gaiganz. Bürgermeister Richard Schmidt (FW) will aber bemerkt haben, dass nicht wenige nach Effeltrich zur Wahl gefahren seien. Der Gemeindechef weiß auch, dass allein am Freitagnachmittag 30 Briefwähler ihre Wahlunterlagen im Rathaus abgeholt haben.
Das Ergebnis mag überraschen: Wenngleich sich das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Lager bestätigte, gab es schließlich eine Mehrheit von 71 Stimmen für das so genannte Ratsbegehren. Das besagt: "Wir wollen zwar einen Supermarkt, aber das Grundstück hinter dem Rathaus ist uns dafür zu schade." Dieser Trend stimmt sowohl im Wahllokal im Rathaus, als auch in Gaiganz und im Briefwahl-Bezirk überein. 502 Befürwortern des von der Bürgerinitiative angestrengten Bürgerbegehrens stehen 555 Wähler gegenüber, die dem Ratsbegehren folgten.

"Vorerst gestorben"

In Gaiganz gab es 59 Sympathisanten für das Bürgerbegehren, 64 schlossen sich dem Ratsbegehren an und bei den Briefwählern stimmten 66 für den Vorschlag der Bürgerinitiative, 79 folgten dem Gemeinderat.
Für Bürgermeister Schmidt ist damit ein Einkaufsmarkt in Effeltrich "vorerst gestorben". Der einzige Platz, für den sich Supermarkt-Investoren interessierten, war das Areal hinter dem Rathaus. Das sei Fakt. Katharine Heimann von der Bürgerinitive, die bis zuletzt an einen Sieg geglaubt hatte, zeigte sich enttäuscht. "Gut ist aber, dass die Bürger ihre Meinung kund tun und abstimmen konnten", findet sie.