Diese Erleichterung ist auch seinem Kollegen Daniel Singer spürbar. "Der Boden ist heuer ideal, nicht zu locker und nicht zu fest", konstatiert sein Vater, Landwirtschaftsmeister Konrad Singer. Da haben die Erntehelferinnen Paula und Angie alle Hände voll zu tun. Seit 6 Uhr sind sie auf dem Spargelfeld, um das edle Gemüse zu ernten.
Am gefragtesten ist immer noch der Bleichspargel. Über 80 Prozent der Erntemenge verkauft der Familienbetrieb ab Hof. Das ist am anderen Ortsende auf dem Spargelhof Kupfer nicht anders. Dort wird das Edelgemüse maschinell sortiert. 16 000 Stangen kann das technische Wunderwerk pro Stunde nach 16 Kategorien ordnen. Das Display listet nach Kilogramm und in Prozent auf, wie hoch der Anteil der 1a-Ware ist, es dokumentiert auch, wie viele hohle Stangen dabei waren und zählt die abgebrochenen Köpfe. Auch verfärbter Spargel wird separat abgelegt.
Apropos Farbe: "Im Kommen ist der grüne Spargel. Das ist ein richtiges Trendgemüse", erzählt die Spargelkönigin aus dem Jahr 2006, Kathrin Kupfer. Die Kochsendungen im Fernsehen hätten Bedürfnisse geweckt. "Zum Grillen ist der ideal. Mit Speck umwickelt schmeckt der grüne Spargel, der nicht geschält werden muss, einfach würziger als der Bleichspargel", sagt Kathrin Kupfer. Noch kaum bekannt sei der leicht nussig schmeckende violette Spargel. Aber auch der werde seine Liebhaber finden, sind sich die Spargelanbauer sicher.

Qualität entscheidet


Vor allem Spargelkenner erwärmten sich für diese Innovation. "Der Billig-Konkurrenz aus Griechenland oder Frankreich setzen wir Qualität entgegen", bekräftigt Gartenbautechniker Daniel Singer. Und Kathrin Kupfer gibt den Kunden auch noch gratis Tipps rund um den ungemein vitaminreichen Spargel mit nach Hause.
Die Qualität des fränkischen Spargel hätte Hans Höfler, Vorsitzender des Spargel-Erzeugerverbandes Franken gerne als Gütesiegel anerkannt. Der Schutz der geographischen Herkunft sei beim Deutschen Patent- und Markenamt sowie der Europäischen Union seit mehr als sechs Jahren beantragt - bislang ohne Ergebnis.

Erzeuger setzen auf Regionalität


"Wir brauchen dieses Qualitätsmerkmal als Schutz vor Fälschungen", erklärt Höfler. Werde ausländischer Spargel in Deutschland geschält und verpackt, gelte diese Ware als deutscher Spargel. Das sei so nicht hinnehmbar. "Fränkisch muss fränkisch bleiben."
Zumal es die Landwirte geschafft haben, die Saison zu entzerren. Werden die Beete mit schwarzer Folie und Vlies abgedeckt, bleibt die Wärme im Boden und der Spargel reift früher. Ist es sehr heiß, reflektiert weiße Folie die Sonnenenergie und verzögert das Wachstum. Geerntet werden muss bis auf weiteres aber immer noch per Hand. Prototypen von Spargel-Vollerntern seien nicht ausgereift genug. Sie produzieren zu viel Abfall, findet Elmar Kupfer. "Das können wir uns nicht leisten." Dafür setzt er auf eine neue Pflanztechnik, die er Ende Juni/Anfang Juli auf einer neuen Anlage testet.