Es kann inzwischen als gesichert gelten, dass sich das Klima in den kommenden Jahrzehnten auch in Mitteleuropa deutlich erwärmen wird. Unklar ist allerdings noch, wie sich dies konkret auf die Wälder in der Region auswirken wird. Hans-Jürgen Dittmann glaubt sich da allerdings schon einen Schritt weiter: "Der Forst hat den Klimawandel schon lange vorausgesehen", sagt er.
Und auch Forstbetriebsleiter Stephan Keilholz hat schon Schlussfolgerungen aus dem Klimawandel gezogen: "Der Mischwald ist das Einzige, was in der Zukunft sicher sein wird", sagte er.
Weil einige Baumarten die klaren Verlierer der Klimaerwärmung sein würden, hätten Monokulturen wie reine Fichtenwälder in Zukunft immer schlechtere Überlebenschancen. Über das Klima, den Wald und die Energie ist es jetzt auf der Heunhütte im Staatswald bei Wimmelbach gegangen. Dorthin hatte der Jagdverband der Kreisgruppe Forchheim eingeladen - und zahlreiche Vertreter von Interessengruppen, Ämtern, forstlichen Angestellten, Verbandsfunktionären und Naturschützern folgten diesem Ruf.

Kritik an Waldbesitzern


Bernhard Roppelt ist Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung und wies auf drängende Probleme bei der notwendigen Naturverjüngung hin. Es sei derzeit schwer, vor allem private Waldbesitzer mit nur wenigen Hektar Land für die Naturverjüngung zu begeistern. Hartmut Wunderatsch, der im Präsidium des Bayerischen Jagdverbands sitzt, stimmte Roppelts Klage zu: "Viele kümmern sich nicht um die Wälder. Wenn jemand im Wald nur einen Hektar Grundbesitz hat, von dem er nicht leben kann, dann lässt er ihn dort liegen."
Friedrich Oehme vom Bund Naturschutz (BN) mahnte, bei der Naturverjüngung und dem Waldumbau darauf zu achten, dass gerade alte Bäume wertvoller Lebensraum für zahlreiche Arten seien. "Ich sage nicht, dass keine Bäume gefällt werden sollen, aber es darf nur so viel Lebensraum entnommen werden, wie sich nachbilden kann", so Oehme.
Die Worte "Spagat" und "Balance" zwischen Ökologie und Ökonomie waren in der Runde i des Öfteren zu hören.
Auf der anderen Seite: Positiv beurteilten die Vertreter von Naturschutz und Forst die in ganz Bayern zunehmend Anreicherung von Totholz. Totholz, so der Tenor auf der Heunhütte, sei ebenfalls ein wichtiger Lebensraum und könne deshalb einen großen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt spielen. Dass die Klimaerwärmung schon jetzt zu spüren ist ist, betonte Gunter Brokt vom Landesbund für Vogelschutz.

Vorfahrt für den Mensch


So würden sich Vogelarten wie der Bienenfresser, der ein warmes Klima bevorzugt, inzwischen bei uns heimisch fühlen.
Aber auch der Kolkrabe, der lange aus unserer Gegend verschwunden war, würde nun zurückkehren - dank Klimawandel. Als Moderator Dittmann schließlich das Thema Energiewende zur Sprache brachte, legte er auch gleich ein paar Zahlen vor. Ohne Kernenergie und trotz der Förderung erneuerbarer Energie würde in Bayern eine Erzeugungslücke von 28,3 Prozent bleiben. "Wie kann das ausgeglichen werden?", fragte er in die Runde.
Hartmut Wunderatsch, der die Interessen der Jäger vertrat, wandte sich zum Abschluss noch an Oehme vom BN. "Biodiversität ist sinnvoll, aber wir können es nur umsetzen, wenn es uns entsprechend gut geht. Die täglichen Bedürfnisse des Menschen werden erst einmal Vorrang haben."