Bevor die offizielle Vorstellung der Forchheimer Weihnachtsengel beginnt, sitzen Nadine Garcon (19) aus Hausen, Petra Barthelmes (17) aus Forchheim und Luise Raum (17) aus Bammersdorf aufgeregt auf ihren Stühlen. "Wie hast du denn deine Locken gemacht?", fragt Luise. So unter Kolleginnen kann man sich schon mal Tipps für die passende Engelsfrisur geben lassen.

Noch schwitzen die drei neu gekürten Engel in ihren Roben, doch wenn sie dann am 1. Dezember zum ersten Mal ein Türchen öffnen, wird es vermutlich etwas frischer sein. "Naja, es ist ja auch ungewöhnlich, dass es im November noch 16 Grad hat", sagt Nadine lachend. Sie freut sich über ihre neue Aufgabe und nimmt dafür auch das bisschen Schwitzen in Kauf.


Ein Engel braucht auch Zeit

Die Studentin wollte schon länger ein Weihnachtsengel werden, wegen der Schule und dann wegen des Studiums war ihr Terminkalender aber immer zu voll. "Jetzt hat es mit dem Stundenplan aber geklappt", erzählt sie, "eine Freundin von mir war vor fünf Jahren Weihnachtsengel und hat erzählt, wie viel Spaß es ihr gemacht hat. Ich freue mich, dass ich jetzt dabei bin." Ihre Kolleginnen wurden beide auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht. "Ich war schon immer gerne auf dem Weihnachtsmarkt und habe mir gerne die Engel angeschaut", sagt Luise, "dann hat meine Oma gesagt, ich soll mich doch bewerben." Ähnlich war es bei Petra: "Ich wurde in der Schule angesprochen."


Nuancen geben den Ausschlag

Insgesamt hatten sich sieben Mädchen auf die Engels-Posten beworben. Eine vierköpfige Jury teste die Anwärterinnen dann: Sie mussten den Prolog-Text vortragen. "Dabei haben wir auf das Auftreten, die Ausstrahlung und natürlich die Optik geachtet", erklärt Bürgermeister Franz Streit (CSU). Es seien Nuancen gewesen, die den Ausschlag gegeben haben. "Die, die es in diesem Jahr nicht geschafft haben, können sich gerne im nächsten Jahr noch einmal bewerben", sagt Viktor Naumann, Leiter des Stadtmarketings, "das hatten wir schon öfter. Manchmal klappt es beim zweiten Versuch dann. Es ist schließlich auch Tagesform abhängig."

Die Forchheimer Weihnachtsengel gibt es schon seit es den Adventskalender gibt - in diesem Jahr also zum 20. Mal. Die "Dienst-Gewänder" hingegen haben sie erst seit zwei Jahren. In diesem Jahr bekommen die Engel neue Flügel. Wer das erste Türchen öffnen wird, steht noch nicht fest. "Das müssen die Engel unter sich ausmachen", erklärt Streit, "bisher hat das immer geklappt."