Maria Riedinger fiel um Punkt 18.30 Uhr ein Stein vom Herzen. Alles hatte geklappt, alle waren zufrieden und konnten voller guter Gedanken heimwärts gefahren: Die Sieger der Jugendtheatertage und und damit Gewinner des "Theater Fränzle" war die Theatergruppe der Realschule in Weißenburg. Ihnen war es zuvor gelungen, das Publikum mit ihrem Stück "Hänsel und Gretel" zu begeisterten.
Mehr als Schauspieler waren am Sonntag in die Schulturnhalle von Unterleinleiter gekommen, die für diesen Zweck in eine Theaterlandschaft umgebaut worden war. Dabei galt es nicht nur "den Erwachsenen etwas vorzuspielen", wie sich Vizelandrat Georg Lang (CSU)ausdrückte. Sondern das Ganze auch noch in fränkischer Mundart zu tun. "Und da gibt es immer häufiger Probleme", gesteht Maria Riedinger, die die "Junga Bletsch'n" aus Unterleinleiter ausbildet: "Im Kopf haben sie die Mundart nicht mehr so oft, daher schreibe ich die Mundart-Sätze auf ein Blatt Papier."
Den anderen Jugendgruppen geht es in dieser Hinsicht ganz ähnlich. In der Schule ist hochdeutsch angesagt und je städtischer die Gegend, umso mehr ist der kleinste gemeinsame Nenner: die hochdeutsche Sprache.
Die rühmlichen Ausnahmen waren die Theatergruppe des TSV Rückersdorf und die Jugendgruppe der "Untähaadä (Unterhaider) Theaterfreunde, die wegen ihrer mundartlichen Betonung eine besondere Erwähnung erhielten.

"Wahnsinnige Spielfreude"


Die vorgetragenen Stücke der Jugendgruppen orientieren sich an ihrer eigenen Lebenswelt und spiegelten ihren Alltag durchaus (selbst-)kritisch.
Beim Stück "Hänsel und Gretel" beispielsweise haben die Mütter keine Zeit für ihre beiden Kinder, weil sie nebenher arbeiten gehen - die Kinder bleiben sich selbst überlassen. Die "Junga Bletsch'n" beschäftigten sich mit den Problemen des Waldes, indem sie acht Tannenbäume spielten, die aus dem Leben des Baumes berichten. Vom Borkenkäfer bis hin zum Spaziergänger, die ihren Hund an den Baum pinkeln lassen.
Die "Chameleons" des DJK Kersbach hatten Mobbing, aber auch die Geschichte des Bamberger Doms zum Thema ihre Stücks gewählt. Dafür bekamen sie auch noch ein dickes Lob der Jury: wegen der "wahnsinnigen Spielfreude der Akteure".
Alle zwei Jahre wird der Wettbewerb des "Gesamtfränkischen Kinder- und Jugendtheatertages" ausgetragen. Immer in einem anderen fränkischen Bezirk. Heuer war Oberfranken an der Reihe.
Und damit kommt wieder Maria Riedinger ins Spiel. Sie spielt bei den "Großen" mit und sie "trainiert" die Jugend in Unterleinleiter. Deshalb war es hauptsächlich ihre Aufgabe, diese Veranstaltung in Unterleinleiter zu organisieren: "Es war das erste Mal, dass die Gruppe das machte und da gibt es immer ein Kribbeln im Bauch."
Aber die Sorgen waren alle völlig umsonst. Alles hat gepasst, und deshalb spendeten die Zuschauer am Ende viel Applaus.