1888 bezeichnete der Brockhaus die Sophienhöhle im Ailsbachtal als "Höhlenkönigin". Die "Höhlenkönigin" hat eine neue Beleuchtung bekommen, die nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. Die einmaligen Tropfsteine der Sophienhöhle, die der Schlossgärtner Michael Koch im Februar 1833 entdeckt hat, können auf diese Weise noch besser in Szene gesetzt werden. Höhlenbesitzer Wolfgang Deß hat in die neue Beleuchtung und in neue Sicherheitstechnik deutlich mehr als
100 000 Euro investiert - ohne jegliche Zuschüsse.

Die komplette Beleuchtungsanlage, die erst vor zehn Jahren installiert worden ist, war demontiert worden. Eine Firma aus Herborn baute anschließend die LED-Beleuchtung in die Höhle ein. Die Firma aus Waischenfeld verlegte dazu rund zehn Kilometer neue Leitungen in der Höhle. Sie mussten so vergraben werden, dass sie die Anmutung der Höhle nicht beschädigen.

Die neuen Leuchten verbrauchen nicht nur 90 Prozent weniger Energie, sondern sind einzeln ansteuerbar. So können unterschiedliche Lichteffekte erreicht werden, die in Verbindung mit der Musikuntermalung für eindrucksvolle Effekte sorgen. Ferner verspricht sich Deß von der neuen Beleuchtung auch, dass sie weniger UV-Strahlen erzeugen und auf diese Weise das Pflanzenwachstum in der Höhle gebremst wird.

Maßnahmen gegen Vandalismus


"Die Herausforderung bestand darin, die Tropfsteine und Sinterfarben so anzustrahlen, dass die Brillanz der Höhle gesteigert und der Wärme- und Energieintrag stark gesenkt wird. Das ist gelungen", sagte Deß. Außerdem wurde die Höhle mit einem modernen Sicherheitssystem ausgerüstet, das Einbrüche und Vandalismus verhindern soll. Für den Fall eines Stromausfalls soll eine Notbeleuchtung die Sicherheit der Besucher gewährleisten.
Eine Voraussetzung für die neue Beleuchtung war, dass das empfindliche Mikroklima der Höhle dadurch nicht beeinträchtigt werden durfte - und sie auch die Besucher nicht blendet. "Dies war in einer noch lebenden Tropfsteinhöhle alles gar nicht so leicht", betonte Deß. Neben der neuen Beleuchtung wurde auch das so genannte "Bone Bed" erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine neue, ebenfalls beleuchtete Installation im ersten Großen Höhlenraum: mit Knochen von Höhlenbären, arktischen Wölfen, Hyänen und Rentieren.

Aus Tausenden von Knochen wurde auch das weltweit umfangreichste Höhlenbärenskelett rekonstruiert, das seit Herbst 2011 in einer großen Glasvitrine im Eingangsbereich zu bestaunen ist. Deß dankte auch den freiwilligen Helfern, ohne die die Reinigung der Höhle und die Installation der neuen Kabel nicht möglich gewesen wäre.

Auch Landrat Hermann Hübner (CSU) war von der neuen Beleuchtung angetan. Er rechnete es dem Höhlenbesitzer Deß nicht zuletzt hoch an, dass sie die Arbeiten ohne öffentliche Zuschüsse gestemmt haben.