Seit dem frühen Mittelalter lebten Juden auch in Franken. Erstmals 1298 kommt es in Ostfranken zu Verfolgungen, den sogenannten Pogromen. Besonders ist dies in den Städten der Fall. Die Juden beginnen in der Folge, sich von den Städten abzuwenden und in Dörfern und Märkten anzusiedeln.
Nachdem 1349 in Nürnberg eine blutige Judenverfolgung auch das jüdische Stadtviertel (heutiger Hauptmarkt) zerstört hatte, boten die Herren von Schlüsselberg (Burg Neideck) den Überlebenden Schutz in ihren Orten.

Damit wurde erstmals die Funktion des Adels als Schutzmacht über die Juden in der Region sichtbar. 1548 übertrug Kaiser Karl V. in der sogenannten Reichspoliceyordnung der Reichsritterschaft das Judenschutzrecht. Dieses bot den Rittern die Möglichkeit, Juden aufzunehmen und von ihnen Steuern und andere Abgaben zu erheben.

Diese bald beträchtlichen Einnahmemöglichkeiten führten auch dazu, dass es in vielen reichsritterschaftlichen Siedlungen zu einer Politik der Judenansiedlung kam.

Handel mit Haustieren

So findet man noch heute in vielen Orten Spuren von vergangenem jüdischen Leben. In Egloffstein sind jüdische Einwohner erst nach dem Dreißigjährigen Krieg nachweisbar, während in anderen Egloffsteinischen Orten schon früher Juden lebten.

Im Urbar des Rittergutes Egloffstein von 1728 sind sechs Anwesen mit Juden genannt. Sie lebten in erster Linie von Vieh- und Haustierhandel.

Auch in Egloffstein fand eine starke Abwanderung der Juden in die aufblühenden Industriestädte wie Fürth statt. Oder auch nach Amerika, bis im Jahr 1890 die letzten Juden Egloffstein verließen.
Bis ins Jahr 1798 fand der Gottesdienst in Privathäusern statt, dann in der schlichten, baulich unauffälligen Synagoge.

Die auch "Judenschul" genannte Synagoge war gleichzeitig Wohnung des Rabbiners und Religionsschule.
Bis 1940 konnte man an der Giebelseite noch die Thoranische erkennen. Angesichts der Abwanderung der Juden aus Egloffstein wurde die Synagoge bereits 1866 wieder verkauft.

Das rituelle jüdische Bad, die "Mikwe”, lag weiter oben im Markt unter Haus Nr.44 und ist heute verfallen. Einen eigenen Judenfriedhof besaß Egloffstein nie.
Bis ins Jahr 1737 wurden die Egloffsteiner Juden in Pretzfeld und danach in Hagenbach begraben.