Die Forchheimer Mauern hielten im 30-jährigen Krieg den Schweden stand. Das ist einer der bekanntesten Fakten der jüngeren Stadtgeschichte. Ein wichtiger noch dazu, nicht nur für die örtlichen Laienspielgruppen, erklärt bereitwillig Archäologin Christina König auf dem Weg zum Saltorturm. "Es war ein großer Erfolg für die Festung Forchheim nach dem Desaster des Markgrafenkriegs."

Damals überrannte Markgraf Albrecht Alciabiades die mittelalterliche Mauer mit der modernen Schusswaffentechnik sehr schnell. Was bislang fehlte, war der rechte Ort, um diese stadtgeschichtlich bedeutsamen Ereignisse bildhaft vorzuführen.

Die Kasematte unter der Roten Mauer zwischen Martinsschule und Amtsgericht war als authentischer Ort schnell gefunden, das Konzept ist in allen Facetten im Stadtrat und seinen Gremien beraten. Anfang Mai soll die Dependance des Pfalzmuseums ihr Tor - wortwörtlich - öffnen.

Nun geht es ans Praktische. Die Handwerker der Stadt haben den Boden aufgegraben, um die nötigen Leitungen verlegen zu können. Im bautechnisch der Bastion Rote Mauer sehr ähnlichen Gewölbe unter dem Torturm lagern derzeit Wappensteine Bamberger Fürstbischöfe aus niedergebrachten Teilen der Stadtmauer. Ein Steinrestaurator nimmt sich ihres Erhalts und Schutzes an. Sie werden den Kernbestand eines Lapidariums in der Kasematte bilden. "Wir wollen nicht nur die schwedische Belagerung darstellen, sondern die ganze Festungsgeschichte", erklärt König das Ziel.