Die älteste Schule von Egloffstein stand schon im 17. Jahrhundert etwas unterhalb der Burg (heute Haus Nr.84). Im 19. Jahrhundert wurde sie einige Häuser weiter talwärts hierher verlegt. Im alten Schulhaus gründete die Familie von und zu Egloffstein dann eine "Kinderbewahranstalt", die zu den frühesten Einrichtungen für Vorschulkinder - den späteren Kindergärten - in Bayern gehört.

Der Lehrer bekam Korn und Holz

Der Lehrer von Egloffstein wurde bis in das 19. Jahrhundert von der Schlossherrschaft eingesetzt und auch bezahlt. Zu seinem mit Schindeln bedeckten Schulhaus gehörten drei Gärtlein, ein Backofen, ein Baumgarten und eine kleine Wiese. Wenn in der Gemeinde Holz, Holzstreu oder abgesägte Bäume ausgegeben wurden, bekam er einen Anteil davon, vom übrigen "Gemeind-Nutzen" hatte er aber nichts.
Jährlich mussten ihm 41 Gemeindemitglieder eine ebenso große Zahl Garben Korn abliefern, mit denen er haushalten konnte.

Als das Schulhaus am Berg zu klein geworden war, wurde im Jahr 1968 im Tal das neue Schulgebäude errichtet, in dem heute auch die Gemeindeverwaltung untergebracht ist. Auch der Kindergarten ist inzwischen ins Tal umgezogen. Seit 1997 wird hier das Projekt "Offener Kindergarten" durchgeführt.

Form ist das Besondere

Eine Besonderheit ist die Architektur des Kindergartengebäudes, die an ein Baumhaus erinnern soll. Im Urbar der Schlossherrschaft von 1728 steht folgendes: "Schulmeister alhie zu Egloffstein betreffend. Der Schulmeister zu Egloffstein, wird von gnädiger Herrschaft angenommen, und besteht dessen Amt darinnen, daß er die Jugend im Lesen und Schreiben und Rechnen unterweisen, die Kirchen auf und zuschließen, die Orgel schlagen und singen, item zu den gewöhnlichen Zeiten läuten muß, thut der Herrschaft Pflicht und hat Besoldung, freie Wohnung in dem Schulhaus.(...)."