"Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau. Gehn wir Tauben vergiften im Park!" So dichtete der österreichische Sänger und Autor Georg Kreisler. Diesen "Klassiker" würde der eine oder andere Forchheimer angesichts der tierischen Exkremente verwilderter Tauben unter der Adenauerbrücke über den Main-Donau Kanal zwischen Forchheim-West und Buckenhofen am liebsten in die Tat umsetzen.
"Der Taubenkot ist einfach eklig", findet eine Anwohnerin, deren Sohn auf seinem Schulweg täglich zwei Mal unter den Nistplätzen der Stadttauben hindurch laufen muss.

Keine Plage


Den "Ratten der Lüfte" gefällt es offenbar auf den Widerlagern der Stahlbrücke. Der schier unerträgliche Lärm, das Scheppern und Poltern, wenn Lastwagen die Brücke überqueren, scheint die Tiere nicht im Geringsten stören. Im Gegenteil: Nester zeugen davon, dass die zahmen gefiederten Freunde Brutstätten angelegt haben und Nachwuchs groß ziehen.
Von einer Taubenplage könne man allerdings nicht reden, findet der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Klaus Backer. Er hat sich die Sache vor Ort angesehen und nur ein paar wenige Tauben entdeckt. Allerdings: "Die Menge des Taubenkotes ist schon erheblich", räumt Backer ein. Unklar ist, ob sich die Hinterlassenschaften der Vögel nur im Laufe der Zeit angesammelt haben, oder ob die Menge der Tauben für die Verschmutzung zuständig ist. Klar ist: "Eine Gesundheitsgefährdung geht von den Tieren nicht aus." Da ist sich Klaus Backer sicher. Dennoch habe er mit den Kollegen vom Gartenamt Kontakt aufgenommen, damit die den Weg säubern.
Auch den Schädlingsbekämpfer der Stadt hat Backer kontaktiert. "Er soll sich die Sache mal ansehen." Darüber hinaus will der Chef des Ordnungsamtes klären, wem die Brücke gehört. In Absprache mit dem mutmaßlichen Eigentümer, dem Wasserwirtschaftsamt, soll dann überlegt werden, ob Maßnahmen notwendig sind, um die Tauben zu vertreiben.
"Man könnte die Eier der Gelege entfernen und durch Attrappen ersetzen", schlägt Wolfgang Söllner vom Gesundheitsamt Forchheim vor. Denkbar sei auch, die Widerlager der Brücke durch Gitter zu versperren.
"Wir müssen uns aber darüber im Klaren sein, dass wir die Tauben nur vertreiben", bekräftigt Klaus Backer vom Ordnungsamt. "Dann suchen sich die Tiere eben eine andere Bleibe."