Wer kennt ihn nicht, den Kuglerwirt in Großenbuch? Die Mitglieder des örtlichen Radfahrverein Concordia haben sich dort - bei erstaunlich gutem Wetter in diesem bislang so scheußlich nassen und kalten Frühjahr - zu einer gemütlichen Runde getroffen. "Wir haben unseren Verein vor einiger Zeit von Grund auf umstrukturiert", berichtet Dieter Kusska.

Die Mitglieder hätten sich entschieden, den Verein künftig auf eine breitere Grundlage zu stellen und künftig nicht nur dem Leistungsgedanken gerecht zu werden. "Wir sind auch neulich aus sämtlichen Verbänden ausgetreten und existieren nun als unabhängiger Verein in Großenbuch", ergänzt Vorsitzender Edwin Schmitt.
Die Mitgliedsbeiträge für die Verbände haben die Großenbucher mit den Jahren einfach zu viel Geld gekostet. Und genutzt haben sie deren Angebote wohl auch zu wenig.
"Wir haben tatsächlich das Problem, dass die meisten anderen Radfahrvereine alle rund um Coburg angesiedelt sind. Wenn also dort eine Veranstaltung ist, müssen wir alleine für die Anfahrt 100 Kilometer zurücklegen. Das war auf Dauer nicht machbar", begründet Thomas Kugler die Entscheidung.

Zum Kaffee wieder zu Hause

Früher ist es für die Großenbucher Radler nichts Außergewöhnliches gewesen, auch weitere Strecken zu fahren. Dann sind sie beispielsweise zu den Bierwochen nach Kulmbach gefahren. Dass das heute so nicht mehr möglich ist, liegt vor allen Dingen am gestiegenen Durchschnitssalter der Mitglieder.

Die Mitglieder wurden naturgemäß älter und älter. Gleichzeitig traten immer weniger jüngere Radfahrer dem Verein bei. Deshalb die Idee, den Verein von Grund auf umzustrukturieren. Heute triumphiert die Gemütlichkeit über den sportlichen Ehrgeiz. "Wir wollen oder können heute so weite Strecken nicht mehr fahren. Durchschnittlich planen wir Touren, die ungefähr 25 Kilometer lang sind. Dann kehren wir irgendwo ein und sind am Nachmittag wieder zu Hause. Wir können die Enkel auf die Radtouren mitnehmen, kommen auch nicht absolut abgehetzt und durchgeschwitzt nach Hause und können mit der Familie nachmittags noch Kaffee trinken", zählt der 59-jährige Kuska die Vorzüge des neuen Konzepts auf.

Der Schwiegersohn schwört nun auch auf das Rad

Überhaupt: Den Mitgliedern des Radfahrvereins Concordia geht es also vor allem um das Miteinander, um die Geselligkeit und den Spaß am gemeinsamen Radfahren. "Es soll jeder mitmachen können und jeder Spaß dabei haben können", sagt Schmitt. Auch im Alltag sind die Großenbucher begeisterte Radfahrer. "Ich bin Hausmann und wenn ich zum Einkaufen will, dann setzte ich mit nicht ins Auto, sondern nehme das Rad. Dann fahre ich eine schöne, großzügige Runde und erledige dann meinen Einkauf", erzählt Schmitt.

Auch die Familie Kusska pflegt ein enges Verhältnis zu ihren Zweirädern. Selbst seinen spanischen Schwiegersohn hat Kusska inzwischen von der Schönheit und auch zeitlichen Effizienz des Radfahrens überzeugen können.