Zwei Tage lang war jetzt ein Team des Mitteldeutsche Rundfunks (MDR) aus Thüringen auf dem Außseßer Brauereienweg unterwegs. Herausgekommen ist eine Reportage, die am Mittwoch, 7. November, um 15.30 Uhr im MDR laufen wird.

Den ganzen, insgesamt 14 Kilometer langen Brauereienweg wollte das dreiköpfige TV-Team allerdings nicht laufen. Dafür war ihre kamera- und Tonausrüstung auch einfach zu schwer. Aus diesem Grund steuerte das Team stattdessen die vier am Wege liegenden Brauereigasthöfe an.

Los ging es früh in Sachsendorf, wo schon um 10 Uhr die ersten Wanderer vor Ort waren, um sich im sonnigen Biergarten bei einem dunklen Bier aufzuwärmen. Die zweite Station des MDR-Teams war in Hochstahl beim "Reichold". Dort war schon zur Mittageszeit die Hölle los. Das hatte einen ganz einfachen Grund. Frisch auf die Teller kam der Dreiklang klassischer fränkischer Mittagsgerichte: Schäuferla, Schweinebraten, Bratwürste.


Niemals ein Dunkles zum Fisch


Und dort in Hochstahl konnte die TV-Crew mit Regisseurin Beate Tyron, Marco Seidel an der Kamera und Michael Hesse als Tonmeister sogar einen Blick in die Brauereianlage werfen.

Die dritte Station war die "Kathibräu" in Heckenhof, die als Treff für Motorradfahrer schlechthin gilt. Trotz der kühlen 13 Grad waren auch an diesem Tag wieder viele Biker gekommen. Zum Abschluss der Tour steuerten die Thüringer dann noch den "Rothenbach" in Aufsess an.

Hier konnte das Team das Abfüllen der Bügelflaschen filmen. Das Abfüllen ist eine Tätigkeit, die noch vor wenigen Jahren ein speziell ausgebildeter sogenannter Verschließer beidhändig verrichtet hat.
Krönender Abschluss des Aufseßer Ausflugs war eine Bierverkostung mit dem Bier-Somelier und Wirt Ernst Rothenbach. Hier lernten die Fernsehleuten das Einmaleins der fränkischen Bierkultur. Rothenbach setzte den Thüringer auch auseinander, warum man zum Fisch kein Dunkles trinkt.


Ein neuer Hopfentrunk


Als besonderes Schmankerl kredenzte er zum ersten Mal eine neue Biersorte, die sein Bruder Frank entwickelt hat: den "Hopfentrunk". Dessen Besonderheit soll darin bestehen, dass der Hopfen erst am Tag des Brauens gepflückt wird.

Am Vorabend ihrer Brauereien-Tour, die jährlich rund 10.000 Besucher anlockt, hatte das MDR-Team die Museumsbrauerei von Theo Bruckmayer in Pottenstein besucht. Bruckmayer hatte zum Bierseminar geladen und damit sein Wirtshaus voller Gäste bekommen.

In launigen Worten berichtete Bruckmayer Interessantes zum Bier: von seiner Entstehungsgeschichte bis hin zum Vorgang des Brauen. Das MDR-Team lernte dabei auch, dass in der Fränkischen Schweiz weniger als 400 Einheimische pro Brauerei gezählt werden. Bayernweit sind es immerhin 50 000 Menschen pro Brauerei.
Es würde also keineswegs verwundern, wenn die Aufseßer im kommenden Jahr vermehrt Gäste aus Thüringen begrüßen könnten.