Eine Berufsfachschule für Pflegeberufe, zwei Fachoberschulen (FOS) und eine Fachschule für Familienpflege, die in Ebermannstadt entstehen soll: Das Unterrichtsangebot der Senivita-Holding, die auch eine Reihe von Seniorenheimen betreibt, ist enorm. Das Unternehmen expandiert ständig. Erst zu Beginn dieses Schuljahres waren in Ebermannstadt die Ausbildungszweige "Agrarwirtschaft" und "Gestaltung dazugekommen.
Nun soll die "Fachoberschule im Wiesenttal" in den Aischgrund verlagert werden. Unberührt davon bleibt die "Fachoberschule Fränkische Schweiz" in Ebermannstadt. Im September will der private Betreiber Senivita im "Haus der Vereine" in der Kerschensteiner Straße in Höchstadt den Unterrichtsbetrieb aufnehmen. Der Höchstadter Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung den Mietvertrag mit der gemeinnützigen GmbH Senivita Fachoberschulen abgesegnet. Danach belegt die neue FOS in Höchstadt vorerst einmal vier Räume in dem ehemaligen Interimsgebäude der Realschule.

Zwei Klassen ziehen um


Senivita wird seine seit 2008 bestehende staatlich genehmigte "Fachoberschule im Wiesent tal" nach Höchstadt verlagern, erklärt Schulleiter Bernhard Haberl. Die Schüler der beiden zwölften Klassen müssen umziehen, die elfte Klasse wird ohnehin neu gebildet. Als staatlich genehmigte Ersatzschule werden hier auch junge Menschen aufgenommen, die das Fachabitur anstreben, die Zulassungsvoraussetzungen für den Besuch einer Fachoberschule aber nicht vorweisen können, erklärt der Schulleiter, der von Ebermannstadt nach Höchstadt wechselt und der seine künftigen Räume in Höchstadt bereits inspiziert hat."Wir wollen versuchen, für diese FOS, die dann 'Fachoberschule im Aischgrund' heißen soll, die staatliche Anerkennung zu erlangen", erklärt Haberl. Dies bedeutet, dass die Schule die Abituraufgaben selber stellen darf, so wie in Ebermannstadt.
Die neue Fachoberschule in Höchstadt startet mit der Ausbildungsrichtung Sozialwesen. Nach der in drei Jahren erwarteten staatlichen Anerkennung soll sie um die Zweige Wirtschaft und Technik erweitert werden.

Individuelles Schulgeld


Wie Schulleiter Haberl sagt, bekomme der private Träger für die Schule zwar auch eine staatliche Förderung, die decke aber nur 60 bis 70 Prozent der Kosten. Aus diesem Grund müsse die Fachoberschule von ihren Schülern Schulgeld verlangen. Mindestens 95 Euro im Monat wird der Besuch der neuen Schule in Höchstadt kosten. Die Gebühren hängen vom Einkommen der Eltern ab, wobei sich diese aber selbst einstufen können. Die Obergrenze liege bei 250 Euro im Monat, teilt Haberl mit.
Für den Standort Höchstadt habe man sich entschieden, weil es hier noch mehr potenzielle Fachoberschüler gibt als in der Fränkischen Schweiz. An Haberls Schule im Wiesenttal komme ohnehin ein Großteil der Schüler aus dem Aischgrund. Die Senivita-Fachoberschulen in Ebermannstadt und Wiesent-tal besuchen insgesamt etwa 160 Schüler.

Tag der offenen Tür


Die Unternehmensgruppe Senivita ist ein privater Träger für Pflege, Behindertenhilfe und Bildung in Bayern. Nach eigenen Angaben betreut sie derzeit mit 1250 Mitarbeitern rund 900 Bewohner in 13 Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Darüber hinaus werden in fünf eigenen Schulbetrieben fast 300 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Bei einem Tag der Offenen Tür am heutigen Samstag informieren die Senivita-Fachoberschulen über ihr Angebot. Die Eltern können am Unterricht teilnehmen, Projekte werden vorgestellt und es gibt "Mathe zum Anfassen" erläutert Schulleiter Haberl. Zu den Attraktionen zählen programmierbare Roboter, chemische Experimente und Blicke unter das Mikroskop.