Was bleibt Michael Gehret schließlich auch anderes übrig, als der Wiesenthauer Kirchenverwaltung zu vertrauen? "Das Projekt hat mich in seinem Umfang fast erschlagen, es ist eine große Herausforderung. Ich vertraue aber den Menschen aus der Kirchenverwaltung und freue mich auf ein Schmuckstück", sagt der eben erst installierte Pfarrer von Wiesenthau und Pinzberg und blickt auf die eingerüstete Pfarrkirche St. Matthäus. Diese soll nach langer Vorbereitungszeit endlich saniert werden. Die Arbeiten sollen bis 2013 gehen.
St. Matthäus kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Den Grundstein für ihr Gotteshaus legten die Wiesenthauer im Jahr 1525. In den Jahren 1573 und 1801 erweiterten sie die Kirche. Hundert Jahre später bauten sie den Chorraum und 1969 schließlich die Sakristei.

"Erst die Dächer, dann das Innere"


Seit nun mehr vier Jahren laufen in der Kirchengemeinde Planungen, die Kirche zu renovieren. Nicht zuletzt die beiden zurückliegenden Wechsel im Pfarrhaus hatten den Beginn der Arbeiten bislang allerdings verzögert. Die Liste der kommenden Arbeiten ist lang: "Zuerst müssen wir die Dächer machen, dann das Innere", blickt der zuständige Architekt Josef Ruhland voraus.

Zu allererst müssen die Arbeiter jedoch den Zustand des Sandsteins genau inspizieren. "Der Stein stammt aus vier unterschiedlichen Zeitstellungen", erläutert Ruhland. Und dieser Umstand könne sich auch im Zustand des Steins widerspiegeln. Die Zeit drängt in Anbetracht des nahenden Winters, zumal noch in diesem Jahr die Dach- und Turmeindeckungen überarbeitet werden sollen. Schadhafte Holzbalken sollen dabei ausgetauscht werden.

Antriebe für die Glocken


Im kommenden Jahr steht die Außenfassade im Mittelpunkt. Deren Fugen werden dabei zwischen den Sandsteinen neu verpresst. Und nicht zuletzt bekommen die Glocken neue Antriebe.

Noch nicht fest steht dagegen, ob der am Südwestportal angedachte Windfang tatsächlich realisiert werden kann - das ist schlichtweg eine Frage der dann noch zur Verfügung stehenden Geldmittel.
Im zweiten Bauabschnitt werden die Außenanlagen in Angriff genommen und die Umfriedungsmauer erneuert. Hier hoffen die Verantwortlichen der Gemeinde, Eigenleistungen in größerem Stil einbringen zu können. An der Sakristei wollen sie ferner einen Technikraum für Strom, Wasser und Heizung anschließen.

Die Sanierung des Innenraums beschließt schließlich die umfangreichen Arbeiten an, um und in St. Matthäus. Unter anderem wollen die Arbeiter einen behindertengerechte Toilette bauen und dafür die Sakristei etwas beschneiden. Inzwischen ist es den Wiesenthauern gelungen, die Finanzierung des ersten Bauabschnitts in trockene Tücher zu bringen. 825 000 Euro haben sie dafür aufgebracht. Unterm Strich kalkulieren die Verantwortlichen mit Kosten in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro.

Weisel verspricht Unterstützung


65 Prozent davon trägt die Erzdiözese Bamberg, weitere Mittel fließen aus diversen Fördertöpfen. Wiesenthaus Bürgermeister Hans Weisel (BGW) hat ebenso seine Unterstützung zugesichert.

Und freilich: Förderer und Gönner sind in Wiesenthau herzlich willkommen. Schon vor einem Jahr hat der Gesangverein Cäcilia die Einnahmen eines Konzerts gespendet. Weitere ähnliche Aktionen, so ist aus der Kirchengemeinde zu hören, sollen in den kommenden Monaten folgen.