Es gibt doch da ein Comic, in dem ein kleines gallisches Dorf von lauter Römer umzingelt ist. So ähnlich mag sich Manfred Peppel mit seinem Grundstück in der Nordwestecke des großen Sondergebiets im Stadtsüden an der Hafenstraße fühlen. Gehören doch die umliegenden Grundstück alle der Beyer Immobilien Verwaltung, die sie an verschiedene große Ladengeschäfte vermietet hat.
Das von Hans Beyer gegründete Einkaufszentrum hat seit 1972 etliche bauliche Veränderungen erlebt. Zuletzt wurde der östliche Teil mit dem Einzug der Firmen Hobauer und Aldi umgestaltet. Und gegenüber wurde aus einem Baumarkt das Schuhhaus Mücke, das inzwischen den Gesamtbau nutzt und auf einer offenen ehemaligen Gartenverkaufsfläche eine Kantine und Toiletten bauen will. Gegen die Baugenehmigung hat Peppel nun vor dem Forchheimer Verwaltungsgericht geklagt.
Er reichte gleich noch eine zweite Klage gegen die Stadt Forchheim ein. Als Nachbar sei er durch die neue Stellplatzeinteilung für den Spielzeugmarkt beeinträchtigt. Sie sei "hanebüchen", brachte der Kläger vor.

Vertrackte Parksituation?


Die Durchfahrt zwischen seinem Grundstück und Hobauer sei zu eng für Rettungsfahrzeuge. Sie ist laut Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) sieben Meter breit.
Peppels Hauptargument ist aber die Parksituation gewesen. Allerdings konnte er dem Gericht nicht plausibel machen, wie seine Zufahrt blockiert sein könnte. Sie führt aus dem mit einem hohen Blechzaun und Betonringen abgeschlossenen Grundstück unmittelbar in den Wendehammer, in dem Halteverbot herrscht.
Schon zu Beginn der Verhandlung der zwei verbundenen Verfahren sprach Vorsitzender Richter Otto Schröppel die "Konkurrenzsituation" der zwei Schuhgeschäfte an: zwischen einem alteingesessenen mit Ladengeschäften in der Innenstadt und in Globus-Nähe und dem expandierenden aus Kulmbach.
Die Prozessbeteiligten diskutierten eingehend mehr oder weniger jeden vorhandenen Stellplatz. Alte und neue Lagepläne wurden hervorgeholt. Der Vorsitzende Richter maß sogar mit dem Meterband die Entfernung der neu angelegten Parkfläche auf dem ehemaligen Norma-Gelände nach. "Da draußen herrscht kein Chaos", wandte Stumpf ein. Allenfalls gebe es Stau an der Kreuzung mit der Nürnberger Straße. Und: die Stadt habe die baurechtlichen Festsetzungen im Sondergebiet EZB vor den großen Umbauten ändern wollen, es sogar von der Regierung prüfen lassen. Nicht möglich, habe es da geheißen.
Die Stadt hat ihre Stellplatzordnung geändert - nur wegen der Pläne für das EZB, ließ Peppel vortragen. Da konterte Stunpf. Auch Peppel sei sie zugute gekommen; nur wegen der Änderung habe er an sein Ladengeschäft neben dem ehemaligen Aldi anbauen können.
Und dann ging es um die "Innenstadtrelevanz", um das Konzept gegen die Verödung der Innenstadt durch bestimmte Branchen auf der grünen Wiese. "Amerikanische Verhältnisse" macht da Peppel in Forchheim aus. "Ein Katastrophe für Forchheim. Ja selbst der größte Metzger existiere nicht mehr."
Hier bremste dann der Richter die Ausführungen Peppels. In der Urteilsbegründung wiederholte er: Verödung einer Innenstadt sei ein städtbaupolitischer Aspekt, so die obergerichtliche Rechtsprechung, den ein Privatmann nicht geltend machen könne.