Mit einer Urkunde des Prinzen Ludwig, die Richard Malter, Vorsitzender der Obstbaumzucht- und Verwertungsgenossenschaft Effeltrich im Archiv gefunden hat, fing alles an, sagt Inge Kropf.
"Wir machten uns im Ausschuss des Trachtenvereins Gedanken, wie können wir dieses Ereignis noch einmal in den Mittelpunkt stellen. Effeltrich war zur damaligen Zeit, einer der größten Orte auf dem Gebiet der Obstbaumzucht in Bayern und Deutschland. Von hier aus wurden 95% der bayerischen Obstbäume nach Polen, Russland, Ungarn, sogar nach Norwegen verschickt".
1899 wurde die Obstbaumzucht Genossenschaft gegründet und damit der Handel auf eine breite Ebene gestellt. 1903 wurde dafür in Effeltrich eine große Halle mit Wohnung und Kühlhaus gebaut. Dafür erhielt die Effeltricher Genossenschaft einen hohen Zuschuss vom Bayerischen Staat. Prinz Ludwig, ein Befürworter fortschrittlicher Landwirtschaft, überzeugte sich damals vor Ort, ob die Vorgaben aus dem Landwirtschaftsministeriums auch umgesetzt worden sind.
Das ganze Dorf war auf den Beinen, um den hohen Besuch zu empfangen. In einem Protokoll vom 21. April 1912 der Genossenschaft steht: "Anlässlich des allerhöchsten Besuches seiner königlichen Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern wird beschlossen, die sämtlichen Gebäudeteile anstreichen zu lassen und zwar innen und aussen".
"Wir wollen die Vergangenheit aufleben lassen und nicht nur Bilder und Originalbriefe zeigen, sondern auch, wie man damals anhand einer noch vorhandenen Originalvorrichtung Obstbäume in Stroh verpackt per Bahn verschickte", informiert Inge Kropf.
Alle Originalbriefe, die noch in Sütterlinschrift vorhanden sind, wurden übersetzt und können gelesen werden. Ein absolutes Highlight ist eine Luftaufnahme von Effeltrich aus dem Jahr 1910, aufgenommen aus einem Doppeldecker, sowie die Porträtaufnahme seiner königlichen Hoheit.
Die Ausstellung und das diesjährige Sommerfest des Trachtenvereins finden statt am Samstag, den 21. Juli ab 15 Uhr und am Sonntag, 22.Juli, ab 10.30 Uhr. Selbstverständlich, wie üblich in Franken, verhungert und verdurstet keiner bei uns und Inge Kropf schmunzelt dabei spitzbübisch, denn für Essen und Trinken ist ebenso gesorgt.