MMit viel Wehmut, aber auch voller Dankbarkeit haben sich die Gläubigen der Pfarrei Unterleinleiter-Dürrbrunn von ihrem Pfarrer Marcus Wolf verabschiedet. Elf Jahre ist Wolf ihr Seelsorger gewesen. Ab September über
nimmt Wolf die die drei Bamberger Pfarreien St. Gangolf, Maria Hilf und St. Otto.

Wolf hat der Abschied aus Unterleinleiter nicht unbeeindruckt gelassen: "Ein halbes Jahr lang Abschied zu nehmen und die Leute jammern zu hören, ist genug", sagte Wolf. Er bat die Gläubigen auch deshalb, "ihn jetzt in Frieden von hier scheiden" zu lassen.

Ökumene als großes Ziel

Wolf hat in es seinen elf Jahren in Unterleinleiter zu einiger Beliebtheit gebracht. Viel Kraft und Überzeugungsarbeit hat er in die Ökumene gesteckt.


Wolf legte viel Wert darauf, sich regelmäßig mit der evangelischen Kirchengemeinde auszutauschen, was auch die evangelische Pfarrerin Ulrike Werner aus Streitberg bestätigte. In besonders guter Erinnerung ist Wolf eine ökumenische Trauung in der Pretzfelder Kilianskirche geblieben, die er zusammen mit seinem evangelischen Amtskollegen Axel Bertholdt aus Neunkirchen feierte.

Als sich das Brautkind plötzlich weigerte, den Ringstrauß beim Einzug zu tragen, nahm Wolf dem Kind diese Aufgabe einfach ab.

"Das sah ja schon so aus, als ob ich hier mit meinem evangelischen Kollegen eine Ehe eingehen möchte", schmunzelte Wolf. Marcus Wolf wurde 1972 in Bamberg geboren und wuchs in Gundelsheim auf. 1988 wurde Wolf zum Priester geweiht. Nach vier Jahren als Kaplan in Erlangen-Büchenbach trat er am 8. September 2002 die Nachfolge von Pfarrer Peter Brandl in den Pfarreien Pretzfeld und Unterleinleiter an und übte ab 2009 auch noch das Amt des Dekans in Forchheim aus.

Florian Wolf übernimmt

Nach dem Weggang von Hans Hübner war Wolf ab Juli 2011 für ein Jahr lang Administrator der Pfarreien Ebermannstadt, Moggast und Niedermirsberg.

In all diesen Jahren sei seine priesterliche Arbeit immer von dem folgenden Vorsatz geprägt gewesen, sagte Wolf: "Ein Pfarrer kann immer nur Anstöße geben, umgesetzt aber müssen sie stets von den ehrenamtlich Tätigen in den Pfarreien."

Wenn er den einen oder anderen auch einmal verletzt haben sollte, möchte er sich dafür entschuldigen, sagte Wolf zum Abschied. Er bat die Gläubigen gleichzeitig, seinen Nachfolger Florian Wolf von Anfang an zu unterstützen. Kirchenpfleger Alwin Gebhardt versuchte, sich ein wenig in den scheidenden Priester hineinzufühlen.

Der Abschied sei sicherlich auch für ihn, Wolf, eine schmerzliche Angelegenheit sei. Er lasse hier in Unterleinleiter ein Stück seines Lebens und seines Herzens zurück.

Wolf ist für Gebhardt immer dort zu finden gewesen, wo Krankheiten, Leid und Sterben herrschten. Er nannte es die große Gabe des Pfarrer Wolfs, gerade in diesen bedrückenden Situationen Trost und Hoffnung für die Betroffenen und deren Angehörige parat gehabt zu haben. Egal, ob im persönlichen Gespräch, im Krankenbett zuhause oder im Krankenhaus.

Auch Bürgermeister Gerhard Sendelbeck (FWG) wollte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen und dankte Wolf mit warmen Worten für dessen Arbeit. Dann war die Zeit von Markus Wolf in Unterleinleiter Geschichte.