Nicht nur die Automobilindustrie, auch das Landratsamt Forchheim setzt auf Elektromobilität. Am Mittwoch durften die Mitarbeiter der Dienststelle Ebermannstadt das nagelneue, strahlend weiße, umweltfreundliche Dienstfahrzeug in Empfang nehmen.

Die positiven Erfahrungen mit dem baugleichen ersten Fahrzeug, das am Landratsamt in Forchheim bereits seit 2014 im Einsatz ist und mittlerweile 14 000 Kilometer zurückgelegt hat, führten zur Erweiterung der E-Dienstwagenflotte.

Mit dem neuen BMW i3 sind die Mitarbeiter in Ebermannstadt der Herstellerfirma mit der weiß-blauen Raute treu geblieben. "Die Kollegen loben die Dynamik des Kleinwagens und die Ruhe während des Fahrens", erklärt Dominik Bigge, Klimaschutzbeauftragter des Landratsamtes.


Leicht mit tiefem Schwerpunkt

Die Fahrzeuge haben jeweils 170 PS. Dank einer Fahrgastzelle aus Carbon und einem Aluminium-Chassis ist das Fahrzeug sehr leicht. Für eine ausgezeichnete Straßenlage sorgen das Aluminium-Fahrwerk, der Elektromotor und die Lithium-Ionen-Batterien, die tief im Fahrzeug verankert sind und den Schwerpunkt des Fahrzeuges senken. Die Reichweite des Fahrzeuges liegt bei rund 200 Kilometern. Die verfügbare Reichweite und alle Informationen zum Lade-Status werden auf einer digitalen Anzeige auf dem Armaturenbrett angezeigt. Das eingebaute Navi zeigt den geplanten Routenverlauf. Bei "angepasster Fahrweise", sagt Bigge, habe das Fahrzeug eine Reichweite von etwa 250 Kilometern.

"Die Vorfreude auf das neue Auto war sehr groß bei den Kollegen", berichtet Bigge. Auch Landrat Hermann Ulm (CSU) unterstreicht, dass die anfängliche Skepsis gegenüber der neuen Antriebstechnologie der Vergangenheit angehöre.

"Aufgetankt" werden die Fahrzeuge an Ladestationen. "2010 entstand die Erste auf dem Marktplatz in Ebermannstadt", bestätigt Jürgen Fiedler, Geschäftsleiter der Stadtwerke Ebermannstadt. Eine weitere wurde vor dem Gebäude des Landratsamtes in Ebermannstadt installiert. Je nach Stromquelle dauert das Laden drei bis vier Stunden.


Sonne tanken

"In Forchheim nutzen wir am Dienstgebäude des Landratsamtes die Sonne. Ein Carport mit Panels liefert die Energie. Sobald die Sonne scheint, lädt das Fahrzeug", erklärt Bigge, "wir sparen an Treibstoff und sind damit umweltfreundlicher." Dabei braucht das Elektromobil sowieso deutlich weniger Energie als ein Benziner. Umgerechnet liegt der Verbrauch auf hundert Kilometer bei gerade mal 0,6 Litern.

Bei einer Probefahrt erklärt Bigge, dass der BMW bei einer Fahrt bergab eigenständig über einen Generator den Akku auflädt. "Die Leistungsfähigkeit der Batterie ist natürlich temperaturabhängig", erläutert Bigge. "Bei einem Grad Außentemperatur ist die Reichweite geringer als bei 21 Grad. Ideal wären 18 Grad Innentemperatur", weiß Bigge.

Landrat Hermann Ulm sieht in den Elektrofahrzeugen einen Beitrag, dass der Landkreis Forchheim ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität in Oberfranken wird. Landkreisweit seien über 70 E-Fahrzeuge zugelassen. Hinzu kämen etwa 170 Hybrid-Fahrzeuge. Damit die Elektromobilität weiter zunimmt, müsse das Netz an öffentlichen Ladesäulen weiter ausgebaut werden. Dabei brauche es Techniken und Abrechnungssysteme, die ein "Laden für Jedermann" möglich machen. Die lokalen Energieversorger seien dabei die wichtigsten Partner.

von Cathérine Sykosch