Es blitzt noch immer in seinen Augen, wenn die Rede auf Autos kommt. Daran ändert auch nichts, dass Georg Ritter jetzt 90 Jahre alt geworden ist. Ritter ist Seniorchef des Neunkirchener Autohauses gleichen Namens und hat sein berufliches Leben dem Automobil verschrieben. Darin tat Ritter es einigen seiner Vorfahren gleich.
Der Stammbaum der Familie Ritter setzt mit Matthäus Ritter (1615-90) aus Weißenohe ein, der ebenso wie sein Sohn Peter (1671-97) als Klosterschmied tätig war. Die Neunkirchener Linie der Ritters begann mit Johann Ritter (1695-1761).

Georg Ritter wurde im Stammhaus der Familie in der Erlanger Straße geboren. Er lernte das Kraftfahrzeughandwerk und legte darin später auch seine Meisterprüfung ab.

Fit für die Feldarbeit

Die Begeisterung für Autos hat Ritter auch an seinen Kinder weitergegeben.
Sein Sohn Klaus, eines von drei Kindern, die Ritter mit seiner Frau Sophie hat, führt das Autohaus heute weiter.
Beim Blättern in den alten Familienalben stößt Ritter immer wieder auf eine Fotografie, auf der er als kleiner Junge zusammen mit seinem Vater Fritz auf einem Automobil sitzt. Das Fahrzeug hatte der Vater mit einem selbstgebauten Mähwerk versehen.

Es war das erste motorisierte Arbeitsgerät, das für die Feldarbeit ausgestattet wurde. "Da legte mein Vater noch Schneeketten um die Antriebsräder, um ein besseres Vorwärtskommen auf den Äckern zu erreichen", erinnert sich Ritter.

Bücher und ein Lied

Auch Georg Ritter war Zeit seines Lebens ein Tüftler. Über seine Leidenschaft für das Automobil verfasste Georg Ritter sogar zwei Bücher.
Sie tragen die Titel "Die Erleinhofer Straße" und "Das war mein Leben" und sind eine Art Memoiren. Dass Ritter auch noch zusammen mit seinem Freund, dem Bäcker Reinhold Werner, das "Oldtimer-Lied" schrieb, passte zu dem Technikbegeisterten.

Zu seinem 90. Geburtstag gratulierten Bürgermeister Heinz Richter (FWG) und Vizelandrat Georg Lang (CSU). Unter den Gratulanten waren ferner Freunde, Familienmitglieder, die Belegschaft und Ruhestandspfarrer Martin Kugler.