Die Besucherzahlen im Tüchersfelder Fränkische-Schweiz-Museum gehen wieder nach oben. Nachdem im Jahr 2011 nur noch 13 717 Menschen das Hauptmuseum der Fränkischen Schweiz besucht hatten, waren es im vergangenen Jahr wieder 16 391. Diese für das Museum erfreuliche Mitteilung konnte Zweckverbandsvorsitzender und Landrat Hermann Hübner (CSU) bei der jüngsten Sitzung des Zweckverbands im katholischen Gemeindehaus von Tüchersfeld machen.

In diesem und im nächsten Jahr wird im Museum kräftig investiert. Eine neue Eingangshalle soll für 110 000 Euro entstehen, für die heuer 55 000 Euro im Plan stehen. 2014 ist dafür noch einmal der gleiche Betrag vorgesehen. 30 Prozent dieser Kosten wird voraussichtlich die Landesstelle für nichtstaatliche Museen und weitere 25 Prozent die Oberfrankenstiftung tragen.

Landkreis stopft Finanzlücken

Vom Förderverein des Fränkische Schweiz Museums kommen weitere 15 000. Das bedeutet, dass der Eigenanteil für die neue Eingangshalle am Ende bei rund 35 000 Euro liegen wird.
Für den Gebäudeunterhalt sind heuer 35 000 Euro eingeplant, davon alleine für Dachreparaturen 16 000 Euro. Für Inventarsanierungen sollen 30 000 Euro ausgegeben werden und für bereits laufende Inventarsanierungen seit 2007 stehen 12000 Euro bereit. Die derzeit laufende Sonderausstellung "Bettler, Jauner, Galgenvögel" kostet 25 000 Euro, von denen 7000 Euro durch den Verkauf von Katalogen und dem Kinderführer zu dieser Ausstellung wieder eingenommen werden sollen.

Für den Erwerb von Exponaten stehen 10 000 Euro zur Verfügung. Das Haushaltsvolumen steigt derweil heuer auf 595 000 Euro an. Die Museumsleitung rechnet in diesem Jahr mit Eintrittsgeldern von 30 000 Euro. Insgesamt fehlen in diesem Jahr aber dennoch 415 000 Euro.
Jeweils 166 000 Euro zahlen die Landkreise Bayreuth und Forchheim und jeweils 41 500 Euro der Landkreis Bamberg und die Stadt Pottenstein. So soll das Defizit wieder ausgeglichen werden.
Museumsleiter Rainer Hofmann nutzte zusammen mit Restauratorin Melissa Möller die Gelegenheit, um einige neue Exponate des Museums vorzustellen. So konnten das Museum gleich zwei neue Brautkronen erhalten.
Eine aus der Umgebung von Bayreuth, die stark in Mitleidenschaft gezogen war, und restauriert worden ist.

Sowie eine aus Niedermirsberg, die als besonders prachtvoll gilt.
Des Weiteren neu im Tüchersfelder Museum ist ein originaler Apostelkrug aus Creußen: ein nicht bemaltes Stück, das die Feinheiten der Applikationen daher besonders deutlich zu Tage treten lässt.
Die Jahreszahl 1870 trägt ein Huckelkorb, mit dem einst Eier oder Gemüse zum Markt transportiert worden sind. Als "zwei zeitgeschichtliche Dokumente ersten Ranges" bezeichnete Hofmann zwei Lehnstühle. Eigentlich unspektakulär, verrät ein Alu-Schild auf der Stuhlunterseite die früheren Besitzer. Die Stühle gehörten demnach zum Inventar der im Dritten Reich gefürchteten Forschungsstelle des Ahnenerbes.

Fotoplatten aus den 20er-Jahren

Dieses war von von 1943 an in Waischenfeld untergebracht. Ob auf einem dieser Stühle Wolfram Sievers, der Geschäftsführer des Deutschen Ahnenerbes, der beim Nürnberger Ärzteprozess zum Tode verurteilt wurde, jemals gesessen hat, ließ sich jedoch nicht mehr zweifelsfrei feststellen.

Als Sensation bezeichnete Hofmann mehrere historische Filme aus den 1940er- und 1950er-Jahren, die auch Aufnahmen vom Erntedankzug in Muggendorf in nationalsozialistischer Zeit zeigen.
Neu auch eine umfangreiche Sammlung von Fotoplatten aus den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts mit historischen Landschaftsaufnahmen. Auch einige Gemälde kamen neu im Tüchersfelder Museum hinzu. Unter anderem ein Aquarell des Malers und Burgherrn von Gößweinstein Karl von Sohlern aus dem Jahre 1941.