Das Original fährt oft schnaubend durch die Fränkische Schweiz, das Modell können können Eisenbahnfreunde ab sofort für zuhause kaufen: Die Firma Piko aus dem thüringischen Sonneberg hat die Dampflok 64 491 nachgebaut, die der Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) betreibt.
Bei der Präsentation des Modells mit der Spurweite G (Gartenbahn) am Dienstag für Spielwarenhändler, Firmenmitarbeiter und Fans überreichte Piko-Chef Rene Wilfer das erste verkaufsfähige Modell an Jürgen Kliemt, den Lokführer, der zusammen mit Heizer Johannes Obenauf auf der in Ebermannstadt stationierten Dampflok 64 491 ehrenamtlich Dienst leistet. Einer der in über 500 Exemplaren gebauten, zur Zeit noch knapp zehn betriebsfähigen Maschinen dieser Baureihe.
Die unter Bahnfans als "Bubikopf" bezeichnete DFS-Tenderlok diente den Piko-Entwicklern für vorbildgetreue Umsetzung zahlreicher Details.
Erst vor weniger als einem Jahrzehnt trat Piko in das Marktsegment Gartenbahn ein. Inzwischen bietet das Unternehmen mit Lokomotiven, Triebwagen, Personen- und Güterwagen ein Vollsortiment, ausnahmslos entwickelt und produziert in Sonneberg. Gefertigt wird aus wetterfestem Kunststoff zum Indooreinsatz oder auf einem Gleisrund im heimischen Garten. Um das Modellsystem Dampflok noch authentischer darstellen zu können, wird der Modell-Bubikopf bereits werkseitig mit Triebwerksbeleuchtung, typischen Dampflokgeräuschen und zuschaltbaren Rauchgenerator ausgestattet.
Das listete Firmenchef Wilfer bei der Modellpräsentation vor den zum sogenannten Rollout auf den Ebermannstadter Bahnsteig versammelten Eventgästen auf. Weiter ging er auf enge Beziehungen zur Fränkischen Schweiz als "meine alte Heimat" ein. "Da war ich schon zur Studienzeit in Erlangen auf Schienen unterwegs."

Modell kostet 450 Euro

Mit der Umsatzentwicklung in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres zeigte er sich zufrieden. Im Gartenbahnbereich steht im Vergleich zum Vorjahr ein 20-Prozent-Plus in den Büchern. Die Auslieferung (Listenpreis 450 Euro) ist so terminiert, dass die Modelle rechtzeitig zu Weihnachten auf dem Gabentisch stehen können. "Wir wissen, dass die Lok auf vielen Wunschzetteln an das Christkind ganz oben steht", scherzte Wilfer.
Als bei strahlendem Herbstsonnenschein der DFS-Bubikopf unter kräftiger Dampfentwicklung am Bahnsteig ausrollte war auch das Präsentationsexemplar auf G-Schienen gestellt. Parallel zum Original schnaufte das ebenso schwarzrote Modell Puffer an Puffer bis an den symbolischen Prellbock. Der eingebaute Dampfgenerator sorgte für eine wirklichkeitsnahe Optik.
Danach wurden die Gäste zu einer Sonderfahrt eingeladen. In historischen DFS-Wagen mit vorgespanntem Bubikopf ging es von Ebermannstadt bis zum Streckenendpunkt Behringersmühle über die abschnittsweise erst 1930 komplettierte und von der damaligen Deutschen Bundesbahn 1976 schon wieder stillgelegte Strecke. Der 1974 gegründete Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) hat die 16 Kilometer Schienenstrang durch das romantische Wiesent-tal vor dem Abbau bewahrt. Mit seinem Fahrtenprogramm (bis Ende Oktober und wieder ab dem Nikolaustag) trägt der Verein zur Belegung des Fremdenverkehrs bei. Bei den Fahrgästen vermischte sich Bewunderung über die jetzt im farbenfrohen Herbstkleid leuchtenden Hänge mit Anerkennung der Leistungsfähigkeit des im gemächlichen Tempo dahin zockelnden betagten Zugpferds.