Für die dem stilvollen Feiern nicht abgeneigten Leutenbacher eine gute Gelegenheit, dies mit Speis und Trank und einem heimatlichen Konzert des Leutenbacher Männergesangvereins "Liederkranz" zu würdigen.
Das Schönste an dem Burgstein über der Kapelle von St. Moritz, knapp über 500 Meter hoch gelegen, ist die Aussicht, die man von dort oben bis weit über das Forchheimer Land hinaus genießen kann. Vorausgesetzt man hat sich vom Aufstieg nicht abschrecken lassen, denn der Burgstein liegt auf der höchstens Stelle, fast so hoch wie das benachbarte Walberla, und liegt als Teil des Wanderweges "Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" in etwas schwer begehbarem Gelände.

1079 urkundlich erwähnt

Vom Burgsockel sieht man nur einen Rest des Gemäuers, das noch in Form eines etwa drei bis vier Meter tiefen Loches mit Mauerwerk zu erkennen ist.
Es sind die Überbleibsel einer früheren Burganlage, die um 1079 erstmals urkundlich erwähnt und von den Edelfreien von Leutenbach gebaut wurde. Nach 1203 erlosch das Geschlecht mit Otto II. von Leutenbach. Die Anlage ging in den Besitz der Bischöfe von Bamberg über, danach endete seine Bedeutung als Wehranlage, die sich fortan in den Weiten und Tiefen der Geschichte verlor.

Man habe eine Burg gesucht - und eine gefunden, merkte Michael Hofmann an, der das an dem Projekt mitbeteiligte Amt für Landwirtschaft und Forsten vertrat und auf die Zusammenarbeit als wichtigstes Bindeglied setzte. Vor allem habe dies für die Kooperation mit der "Lokalen Aktionsgruppe" des europäischen Projekts "Leader-Eler" gegolten, die im Kulturbeauftragten des Landkreises Anton Eckert einen Mann habe, der stets vorweg gegangen sei, um das Kulturerlebnis und die Schönheit der Region auch für die breite Masse transparent zu machen.

Dieses Projekt sei, wie Eckert ausführte, mit etwa 30 000 Euro eines der kleineren Vorhaben gewesen. Höher seien allerdings die Kosten gewesen, denn die wesentlich teurere 3D-Befliegung des Geländes habe im Winter erfolgen müssen, als der Laubwald etwas ausgedünnt gewesen sei, das Gelände daher deutlicher sichtbar gewesen sei. Geldgeber waren auch die Gemeinde Leutenbach, der Landkreis, die Oberfrankenstiftung und das europäische Leader-Plus-Programm gewesen. Und dabei habe man auch eine nicht immer selbstverständliche Unterstützung von der Gemeinde erfahren dürfen: "In Leutenbach hat kein Gemeinderat Erbsen gezählt, sondern hier hat man von Anfang an voll mitgezogen", lobte Eckert, was Vizelandrat Georg Lang (CSU) später zu dem Ausspruch animierte: "Je mehr man von seiner Heimat weiß, desto wertvoller wird sie."

Vergangenheit wird sichtbar

Erst durch die Befliegung sei es möglich gewesen zu ergründen, dass der Leutenbacher Burgstall auf einer Art Felssporn gelegen habe und nahezu kreisrund gewesen sei. Obwohl nur noch eine Vertiefung sichtbar sei, könne man den Burgstall weitestgehend rekonstruieren. Denn durch die Arbeit von Toni Eckert und dem Archäologen-Ehepaar Maximiliane und Kai-Thomas Platz und ihrem hoch aufgelösten Oberflächenscan sei es möglich gewesen, den Grundriss des Leutenbacher Burgstalls sichtbar zu machen. Die gefundenen Baulichkeiten werden auf eine Burg aus der Salierzeit (etwa 11. Jahrhundert) mit zwei Ausbauphasen nach Mitte des 13. Jahrhunderts geschätzt. Die Moritzkapelle ist etwas jünger, wie die dazugehörende Siedlung ausgesehen hat, könnte sich nur mit weiteren Untersuchungen klären lassen.