1603 Unterschriften, knapp drei Mal so viel wie nötig, erreichten Ende November Bürgermeister Franz Josef Kraus. Das Anliegen: Die Forderung eines Bürgerentscheids über den Bau oder Fall eines Edeka-Marktes in den "Frühgärten" zwischen Ebermannstadt und Rüssenbach.
Seitdem spaltete sich Ebermannstadt in zwei Reviere: Auf der einen Seite die Befürworter eines weiteren Supermarkts, auf der anderen Seite die Gegner.

Doch egal, wie die Tendenzen der letzten Wochen verliefen, das Ergebnis ist fix: kein Edeka-Markt für Ebermannstadt.

"Wir waren uns überhaupt nicht sicher", gesteht Christiane Meyer, Vorsitzende des Bund Naturschutz. "Vor allem sind wir nicht davon ausgegangen, dass die Entscheidung so deutlich sein wird."

Mit der Wahlbeteiligung am Sonntag von knapp der Hälfte der Stimmberechtigten sei sie auch zufrieden, vor allem weil die Bürger viel Selbstinitiative ergreifen mussten, um sich über die genaue Sachlage zu informieren. "Das Wahlergebnis sehen wir aber nicht als Sieg", betont die Ebermannstadterin. "Wir sehen es viel mehr als Chance, zu resümieren, zu überlegen, wo die Ebermannstadter sich hin entwickeln wollen." Sie hofft auf ein kurzes Innehalten nach langen Turbulenzen und dann eine gemeinsame Zusammenarbeit für eine aktivere Innenstadt.

"Die Wahl hat uns gezeigt, dass sich die Bürger für die Natur und vor allem auch für die Geschäfte der Innenstadt einsetzen", meint Meyer. Denn immerhin sei Ebermannstadt eine noch recht kleine Stadt, in der die Bürger ihre Geschäftsleute, den Bäcker nebenan, kennen. Deren eventuelle Pleite durch beispielsweise einen Großmarkt am Stadtrand nehme jeder Einzelne wahr. Dass es keinen weiteren Bedarf an einem Großmarkt gibt, sei das entscheidende Argument für viele gewesen.

"Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem es eine Chance gibt. Obwohl für viele ein weiterer Supermarkt sicherlich bequem gewesen wäre, haben viele nein gesagt", sagt Christiane Meyer motiviert.

Vier Worte des Bürgermeisters


Von Seiten des Bürgermeisters war diese Motivation kurz nach der Wahlentscheidung noch nicht zu spüren. Mit einem knappen Statement bewertet er die Situation: "Der Bürger hat entschieden". Wie sich die wirtschaftliche Verteilung der Stadt Ebermannstadt entwickelt, wird sich vermutlich in kürzester Zeit zeigen. Vor allem der Aspekt "Bindungsfrist", der es den Supermarkt-Befürwortern möglich macht, die Planung nach einem Jahr wieder aufzunehmen, bleibt im Fokus. Christiane Meyer ist sich aber sicher: "Ich denke nicht, dass in dieser Hinsicht über den Bürgerwillen hinweg entschieden wird."