"Wir bedanken uns sehr für die Sachspende und die finanzielle Unterstützung, die uns der Heimatverein zukommen lässt", sagt Susanne Fischer, Leiterin des Pfalzmuseums, über die Spende des Heimatvereins an die Kaiserpfalz. Es handelt sich dabei um zwei Bilder des Forchheimer Malers Georg Mayer-Franken, der zu Lebzeiten in München gewirkt hat und seiner Geburtsstadt immer treu geblieben war. "Er war der bedeutendste Forchheimer Maler", betont Dieter George, Vorsitzender des Heimatvereins Forchheim, der bei der Übergabe persönlich anwesend ist. "Es war uns ein Anliegen, die Werke öffentlich zu machen."

Die beiden Bilder, welche aus Privatbesitz erworben wurden, hat der Heimatverein Forchheim für die Sammlung des Pfalzmuseums angekauft. "Die Allgemeinheit sollte etwas von den Bildern haben, anstatt dass diese in irgendeinem Keller vermodern", erklärt auch Michael Schlötzer, der einen Kunsthandel in Forchheim betreibt und den Ankauf abgewickelt hat.

Geschichtsträchtig

Das "Bildnis einer alten Frau" entstand im Jahre 1885. In demselben Jahr kam der damals noch 15-jährige Mayer-Franken nach München, um sich seinen Traum als Künstler zu verwirklichen, und trat in die Kunstgewerbeschule ein. Zu dieser Zeit war München ein regelrechter Hotspot mit etwa 3000 Künstlern. Durch das künstlerische Programm des bayerischen Königs Ludwig I. und der Weiterführung durch seine Nachfolger war die Stadt zu einer Kulturmetropole von europäischem Rang geworden, heißt es in einer Festschrift zum 125. Geburtstags des Malers.

Auf dem zweiten Gemälde hat der Maler seine Eltern dargestellt. Das Bildnis stammt vermutlich aus der Zeit um 1900. Mayer-Frankens Schaffen zeichnet sich durch seine deutliche Auseinandersetzung mit der stilistischen Vielfalt seiner Zeit aus. Es reicht daher von im- und expressionistischen über naturalistische hin zu realistischen Werken.

Weiteres Schicksal

"Die Bilder werden nun inventarisiert und kommen sodann in unser Depot", erklärt Susanne Fischer. Das Pfalzmuseum besitzt bereits 125 Werke des Künstlers, von denen eine Auswahl in der Ausstellung des Museums zu besichtigen sind. "Die Bilder werden nun im nächsten Schritt begutachtet, dokumentiert und zu einem wissenschaftlichem Inventar zusammengestellt", erklärt sie weiter.

Vielleicht können können die Bilder der Öffentlichkeit dann durch eine Sonderausstellung zugänglich gemacht werden. "Es ist Zufall und eine reine Glückssache, dass wir diese Werke erwerben konnten", erklärt Michael Schlötzer, "Denn viel befindet sich noch in privatem Besitz unter der freien Verfügung der Erben."