Sie nennen sich "Reisegruppe Spätling" und sie sind urige und lustige Typen, die sich jedes Jahr ein anderes T-Shirt machen lassen, wenn sie auf dem Campingplatz Fränkische Schweiz der Familie Spätling immer zehn Tage lang zelten. Seit genau 25 Jahren kommen die Berliner Motorradfreaks aus dem Stadtteil Reineckendorf nach Tüchersfeld, um ganz entspannt und ohne Frauen Urlaub zu machen.

Auf ihren Jubiläums-T-Shirts, diesmal mit einem goldenen Löwenkopf, haben sie auch ihre Spitznamen verewigt. Sie nennen sich "Dr. der Hygiene", "Tanzhuhn", "Schrau-Bär", "Ingo immer dabei", The Lääntsch", "Fußmatti", Anulf der Graue" "Du ba dam mio gni" oder "Dentalprinz". Alle Spitznamen haben natürlich auch einen Bezug, erklärt Stephan Pacyna, der von Beruf Bezirkschornsteinfegermeister in Reineckendorf ist.

Der "Dentalprinz" ist nicht etwa Zahnarzt von Beruf, sondern Elektroingenieur. Da er aber ständig seine Zähne putzt und es in den Augen der anderen mit der Zahnpflege übertreibt, so hat er halt diesen Spitznamen erhalten. Und "The Lääntschte" heißt eben so, weil er der größte der Gruppe ist. Der "Dr. der Hygiene" ist Schlossermeister und der "Schrau-Bär" natürlich Mechaniker von Beruf.


Seit 40 Jahren bekannt



"Es ist der schönste Campingplatz, den wir kennen", sagt Stephan Pacyna, der die Fränkische Schweiz genau wie sein Freund Sven Maruschke schon seit über 40 Jahren kennt. Beide sind nämlich in Berlin im Kanuclub groß geworden und zelteten schon mit ihren Eltern wegen des Kanufahrens auf der Wiesent vor mehr als 40 Jahren bei der Schottersmühle.

Besonders schwärmen alle von den Kuchen, die Maria Spätling, Ehefrau von Zeltplatzbesitzer Georg Spätling, täglich frisch bäckt. "Der Eierlikörkuchen ist nicht nur sehr empfehlenswert, sondern geradezu ein Gedicht," sagt Maruschke. Zudem sei die Lage ihres Zeltlagers direkt an der Püttlach ganz einmalig. "Hier sind wir völlig ungestört und können machen, was wir wollen", betont Pacyna.

So kommt es schon vor, dass die Reineckendorfer Jungs bis zum Morgengrauen am Lagerfeuer sitzen. "Manchmal gegen wir aber auch schon früh um zwei ins Bett", sagt Pacyna. Dann, wenn sie am nächsten Tag, jedoch nicht vor Nachmittag, eine Motorradtour durch die "Fränkische" unternehmen.

Wegen der vielen Kurven ist die Fränkische Schweiz eben ein Paradies für Biker, nicken alle zustimmend. So werden Ausflüge zur Kathi-Bräu nach Heckenhof oder nach Engelhardsberg zum Gasthaus Heumann-Sebald unternommen. "Denn bei der Lisbeth dort gibt es die besten Brotzeiten", sagt Pacyna.