Osterbrunnen fallen Corona zum Opfer: Wegen der Pandemie wird in weiten Teilen Frankens auf das traditionelle Schmücken von Brunnen mit handbemalten Ostereiern verzichtet. 14 Kommunen rangen sich nach Angaben der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz schon zu einer Absage durch. Sie befürchten den Besuch von mehreren Zehntausend Ausflüglern, die normalerweise die kunstvoll dekorierten Brunnen bestaunen.

Der Brauch in der Fränkischen Schweiz ist mehr als 100 Jahre alt. Mit dem Schmücken von Brunnen und Quellen unterstrichen die Menschen die Bedeutung des Wassers, das früher in der Region oft knapp war. Mittlerweile gibt es in ganz Bayern und auch in anderen Bundesländern Osterbrunnen.

Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz: Mehr als 100 Jahre alter Brauch fällt wegen Corona vielerorts aus

Einer der bekanntesten Osterbrunnen ist in Bieberbach (Landkreis Forchheim) - mehr als 10.000 handbemalte Eiern zieren dort normalerweise den Brunnen. "So schwer es uns fällt, wir können den Osterbrunnen dieses Jahr nicht schmücken", sagte Barbara Pickelmann vom dortigen Heimatverein.

Dabei hätten sie so viele handbemalte Eier wie noch nie. "Wir haben das ganze Jahr Eier gesammelt, ausgepustet und online über Farben und Muster diskutiert", erzählte Pickelmann. "Wir hatten schließlich jede Menge Zeit und wollten uns ein Stück Normalität in der Pandemie erhalten."

Einige Kommunen wollen dieses Jahr zumindest Bäume schmücken, teilte die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz mit. Wo Osterbrunnen geschmückt werden, sehen Sie hier in der Übersicht (Stand 05.03.2021).

Bäume schmücken als Ersatz für Osterbrunnen?

An den Bäumen rund um den Marktplatzbrunnen in Gerolzhofen (Landkreis Schweinfurt) baumeln beispielsweise schon mehr als tausend Eier. "Durch die bunten Ostereier haben wir wieder ein besonderes Flair auf dem Marktplatz, das uns alle auf den Frühling freuen lässt", meinte Bürgermeister Thorsten Wozniak (CSU).