Doch streikende Menschen wird man in Forchheim bei diesem Tarifkonflikt nicht zu sehen bekommen. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad sei sehr niedrig, bestätigen unisono die Personalratsvorsitzenden Dieter Walda (Stadt Forchheim) und Michael Urbanczyk (Landratsamt Forchheim). Walda: "Bei uns wird es keinen Streik geben."
Die Höhe der Forderung (6,5 Prozent mehr Lohn) scheine "etwas überzogen", sagt Walda: "Aber mann muss mehr fordern, um das Minimalziel zu erlangen." Das Minimalziel für ihn wären drei Prozent. Urbanczyk hofft, dass am Ende 3,5 Prozent herausspringen. Die Arbeitnehmer hätten starke Argumente, es gehe in diesem Tarifstreit "auch um die Zukunft des öffentlichen Dienstes".
Wie Urbanczyk hat auch Walda beobachtet, dass die Stimmung "nicht gut" sei. "Nicht mal so sehr wegen der Gehälter", meint Walda: "Das Theater um Wulff spielt eine Rolle, aber auch die Klischees über Beamte und Angestellte, die immer noch im Umlauf sind."
Es sei höchste Zeit, meint Michael Urbanczyk, dass die Vorurteile über den öffentlichen Dienst ausgeräumt würden. Die Probleme des Arbeitslebens in der freien Wirtschaft hätten längst den öffentlichen Dienst erreicht: "Wir haben auch Arbeitszeitverdichtung, Stress und Burnout. Gleichzeitig sind die Löhne im öffentlich Dienst im Vergleich zur freien Wirtschaft sehr niedrig."