Das Jahr 2013 steht auch im Zeichen von Adolph Kolping. Der katholische Priester hätte am 8. Dezember seinen 200. Geburtstag gefeiert. "Dementsprechend finden in diesem Jahr viele Veranstaltungen statt", erklärt Herbert Pfeffermann. Er ist Vorsitzender der Kolpingfamilie in Forchheim.

Die Gruppe in Forchheim veranstaltet Jahr für Jahr einen Gedenktag zu Ehren Kolpings. In diesem Jahr wird er ein wenig größer ausfallen, als dies sonst üblich gewesen war. "Kolping und seine Leistungen sind vielen Jugendlichen heutzutage leider gar kein Begriff mehr", bedauert Präses Georg Holzschuh.

Dabei hätte Kolping gerade im sozialen Bereich sehr viel vorangetrieben. Als Kind selbst arm, hat sich Kolping nach dem Studium der Theologie vor allem mit der sozialen Frage beschäftigt.
Durch seine Arbeit in einem katholischen Gesellenverein erkannte er die Bedeutung dieses Vereins und baute sie stetig aus.
So entstand das Vorbild des heutigen Kolpingwerkes. Die Gesellenvereine wurden zu einer Zeit gegründet, als es noch üblich war, dass Gesellen nach den Lehrjahren einige Zeit auf Wanderschaft gingen.

Ein Wochenende lang feiern

Der Verein sollte den wandernden Gesellen in dieser Lebensphase die Familie ersetzen. Die von Kolping gegründeten Gesellenhospize sollten den jungen Gesellen demensprechend mehr als nur Unterkunft und Nahrung bieten.

In diesen Herbergen trafen sich Gleichgesinnte und Freunde. Zudem waren diese Gesellenhäuser auch eine Art Schule, in der sich die Reisenden religiös, politisch und fachlich weiterbilden konnten. Um für die Idee der Gesellenvereine zu werben, nahm der gesundheitlich stark angeschlagene Kolping oftmals beschwerliche Reisen auf sich.

Nun, zum 200. Geburtstag von Adolph Kolping finden viele Gedenkveranstaltungen statt. "Die Kolpingfamilie in Forchheim wird ein ganzes Wochenende feiern", verspricht Pfeffermann.

Am Samstag, 7. Dezember, finden im Jugendheim die vereinstypischen Ehrungen statt. Am Morgen des Sonntags, 8. Dezember, stellt sich der Verein um 8.45 Uhr vor der St. Martinskirche zum gemeinsamen Kirchgang auf. Nach dem Gottesdienst gibt es einen Schweigemarsch zum Friedhof mit Totengedenken.

Übertragung in alle Welt

"Am Nachmittag treffen wir uns schließlich alle im Jugendheim, um an der dezentralen Geburtstagsfeier Kolpings teilzunehmen", berichtet Pfeffermann. Dann findet in Köln ein Gottesdienst statt, der in alle Welt übertragen wird.

"Der Gottesdienst ist für nachmittags angesetzt, damit alle Menschen auf der Welt in allen Zeitzonen die Möglichkeit haben, dem Gottesdienst beizuwohnen", erklärt Josua Flierl von der Forchheimer Kolpingfamilie.
Heute ist das Kolpingwerk in über 60 Ländern der Erde tätig. Der Verein gehört mit seinen 450 000 Mitgliedern zu einem der großen Sozialwerke der katholischen Kirche. "Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Engagement mit und für die Familie", erklärt Präses Holzschuh.