Balthasar Neumann und Gößweinstein, das ist eine ganz besondere Beziehung. Der Barockbaumeister ist es gewesen, der die Gößweinsteiner Basilika "Zur heiligen Dreifaltigkeit" in den neun Jahren zwischen 1730 und 1739 errichtet hat.

Der Schauspieler, Autor und promovierte Theologe Markus Grimm hat jetzt die Figur Balthasar Neumanns in einem Theaterstück in Gößweinstein wieder auferstehen lassen. Und wo hätte das Stück anderswo stattfinden können, als in der Basilika selbst?

Grimm und sein Produzent Herbert Löw beschäftigen sich seit einigen Jahren mit der Geschichte Würzburgs und Mainfrankens. Da konnte es nicht ausbleiben, dass Grimm und Löw immer wieder auf Balthasar Neumann gestoßen sind. Die beiden haben deshalb begonnen, sich stark für das Leben des Baumeisters zu interessieren. Die Recherchen mündeten schließlich in Grimms Roman "Architekt für die Ewigkeit". Grimm hatte einfach das Gefühl, dass die Zeit reif ist, Balthasar Neumann und seine Zeit neu zu entdecken.

Für die Theateradaption seines Romans schlüpft Grimm gleich in mehrere Rollen. Er gibt den Neumann, der 1687 in in eine arme Tuchmacherfamilie hineingeboren wurde und später das Handwerk eines Glocken- und Metallgießers erlernte. Grimm gibt auch mehreren Würzburger Fürstbischöfen ein Gesicht. Wie zum Beispiel Johann Philipp Franz von Schönborn, der Neumann zunächst zum Festungsingenieur der Marienfeste berufen hatte und ihn dann schließlich als Architekt - obwohl Neumann diesen Beruf nie erlernt hatte - für den Bau des Residenzschlosses in Würzburg verpflichtete. Damit begann der kometenhafte Aufstieg des berühmtesten Baumeisters in der Barockzeit.

Der Fremde und der Wirt


Grimm zeichnet nach, wie Neumanns unaufhaltsam zum unbestrittenen Star der europäischen Architektur-Szene geworden ist. Roman und Theaterstück setzen ein mit dem Todestag Neumanns. Der Baumeister starb im Alter von 66 Jahren am 19. August 1753 in Würzburg. Die Würzburger sind darüber sehr betroffen. So auch der Wirt von Neumanns ehemaligem Stammlokal.

Mit einem Fremde kommt der Wirt ins Gespräch, und so entspinnt sich zwischen den beiden ein Gespräch über den großen toten Baumeister. In Rückblenden begeben sich der Wirt und der Fremde, den ebenfalls Grimm spielt, an Neumanns Orte, besuchen seine Bauwerke, begegnen Fürsten, nehmen an Reisen und Planungen teil, erleben seine Geschichte - und erwecken Neumann so wieder zum Leben.

Am Ende verstehen auch die Zuhörer, worin Neumanns Genie, seine Vision, Leistung und seine Bedeutung für ganz Mainfranken und auch Gößweinstein bestanden hat.