"Auch ein Unternehmen hat ein Unterbewusstsein" - das sagt die gebürtige Forchheimerin Alexandra Herzog-Windeck. Die Unternehmensberaterin und Marketing expertin veröffentlichte vor kurzem das Buch "Das sprechende Unternehmen".

Die diplomierte Betriebswirtschafterin bildete sich in systemischer Aufstellung und anderen spirituellen Techniken fort und entwickelte eine Methode, mit der Unternehmer ihr Unterbewusstsein in Marketingfragen mit einbeziehen können. Im Interview mit unserer Zeitung spricht die Marketingspezialistin über sich, ihre im Buch beschriebene Methode und die Übungen dazu.

Wie kamen Sie auf die Idee, das Unterbewusstsein für Marketing-Fragen zu nutzen?
Herzog-Windeck: Es war nicht wirklich eine Idee, die plötzlich da war, sondern eher ein längerer Prozess. Ich habe 2007 eine Ausbildung als Aufstellungsleiterin gemacht.
Diese Aufstellung ist die Basis für die Methode. Es ist grundsätzlich eine Herangehensweise, um Informationen, die im Unterbewusstsein schlummern, nach "oben zu holen", sichtbar zu machen und räumlich darzustellen.
Mich hat es fasziniert, Kontakt mit dem Unterbewusstsein aufzunehmen, so dass ich dann intensiv anfing, das auf mein Geschäft zu übertragen. Bis dato gibt es wohl niemanden, der das wirklich auf den Marketingbereich, auf Positionierung, Werbung, Absatz und Umsatz anwendet.

Welche Zielgruppe soll Ihr Buch erreichen?
Meine Zielgruppe sind alle Entscheider. Schwerpunktmäßig also Unternehmer, Geschäftsführer, Selbstständige, Freiberufler. Aber auch Führungskräfte, die in Unternehmen große Verantwortung haben, also auch Sachbearbeiter oder Fachangestellte, die großen Einfluss haben und oft Entscheidungen treffen müssen.

Wie lange haben Sie an Ihrem Buch gearbeitet?
Es war ein kontinuierlicher Prozess über dreieinhalb Jahre. Auslöser war ein Fachartikel, den ich schreiben wollte. Dabei kam nach zwei Wochen einem Kollegen die Idee, stattdessen daraus ein Buch zu machen.

Könnten Sie Ihr Buch in zwei Sätzen zusammenfassen?
Das Buch zeigt schrittweise Übungen, wie der Leser Kontakt zu seinem Unterbewusstsein aufnehmen kann, um die darin enthaltenen Informationen ins Bewusstsein zu rufen und für ihr Unternehmen und die Werbung dafür nutzen zu können. Ganz konkret also für die Planung, die Zahlen, Fakten und Daten, aber auch für die Positionierung und die Werbung des Unternehmens.

Wie erschließen Sie den "Zugang zum Unterbewusstsein" in Ihrem Buch? Welche Methode wenden Sie genau an?
Im Buch befinden sich über 60 Übungen zur Anwendung. Im Kern des Buches arbeite ich mit der Aufstellung, also mit Visualisierungen, bei denen man sich den Kunden vor dem inneren Auge vorstellt. Dann steht er vielleicht schon in einer gewissen Entfernung oder hat ein bestimmtes Aussehen. Das kann man aber auch mit anderen Gegenständen machen: mit Geld, einer Aufgabe oder dem Produkt. Die Visualisierung ist die einfachste Übung. Wenn sich zum Beispiel das Telefon riesig vor dem geistigen Auge aufbäumt, zeigt sich, dass man mit dem Telefonieren Probleme hat und kann dann daran arbeiten. Aufstellungen gehen auch mit Alltagsgegenständen, die den Kunden oder das Produkt verkörpern sollen, um ihr Verhältnis zueinander zu veranschaulichen.

Auf welche "Spirituelle Techniken" greifen Sie bei Ihrer Methode zurück?
2007 begann ich meine Aufstellungsausbildung. Später begann ich mit Feldarbeit, mit Meditationen und Visualisierungen, die im Buch auch oft vorkommen.

Was soll dem Leser mithilfe des Buches auf den Weg gegeben werden?
Die Hauptthese ist: "Verwende nicht nur den Kopf, sondern auch den Kopf." Und den Bauch dazu. Das Unterbewusstsein bietet viele Chancen, Grenzen zu sprengen und Hürden zu überwinden. Für jede Art der Fragestellung im Marketing kann das Buch angewendet werden.

Das Gespräch führte Miriam Günther.