Unter dem Eindruck der teilweise sehr emotional geführten Diskussionen in den Bürgerversammlungen traf sich der Marktgemeinderat Igensdorf im Rathaus zu einer Klausurtagung zum Thema "Generalsanierung der Lindelberghalle". Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen, weil auch die Kommunalaufsicht im Landratsamt Forchheim die hohen Ausgaben beanstandet hatte. Nach deren Meinung sei der Haushaltsplan 2019 nicht genehmigungsfähig.

An der laut Pressemitteilung der Gemeinde äußerst sachlich verlaufenen Besprechung nahm neben Geschäftsleiter Michael Pfundt und Kämmerin Alexandra Krupp auch das Planungsteam teil. Im Mittelpunkt standen dabei die Vorgaben der Aufsichtsbehörde. Die Genehmigung des Haushalts 2019 steht vor allem deshalb noch aus, weil im Finanzplan für die Jahre 2020 und 2021 insgesamt 2,8 Millionen Euro für die Generalsanierung eingestellt waren. Diese müssten überwiegend durch Kredite finanziert werden. Die hohen Tilgungsraten würden die Liquidität des Marktes in Frage stellen.

Wo kann gespart werden?

Daneben befasste sich das Gremium mit der Frage, wo und wie Kosten gespart werden können. Mehrere Möglichkeiten wurden gemeinsam mit dem Planungsteam erörtert. Nach eingehender Abwägung aller Argumente, in die auch die Ergebnisse der Bürgerversammlungen einflossen, einigte man sich auf folgendes Vorgehen: Um die Genehmigung für den Haushaltsplan 2019 zu erhalten, werden die Ansätze für die Sanierung der Halle in den Jahren 2020 und 2021 ersatzlos gestrichen. Die bisher vergebenen Aufträge werden abgeschlossen, neue Ausschreibungen finden zunächst nicht mehr statt.

Kreditaufnahme wird reduziert

Gleichzeitig wird die in diesem Jahr eingeplante Kreditaufnahme um 800 000 Euro reduziert. Die entsprechenden Beschlüsse sollen in der nächsten Sitzung des Marktgemeinderates gefasst werden.

Die Wasserversorgung

Die Investitionskosten für die Erneuerung der Wasserversorgung müssen laut Kommune über Ergänzungsbeiträge finanziert werden. Die Erhebung der Ergänzungsbeiträge soll im Rathaus vordringlich angegangen werden. Bisher sind diese Aufwendungen über den regulären Haushalt finanziert worden, was nach den Bestimmungen des Kommunalabgabengesetzes nicht zulässig ist.

Keine Gastronomie

Die von der Kommunalaufsicht verordnete Auszeit bei der Sanierung der Lindelberghalle soll genutzt werden, um den Haushalt zu konsolidieren. Daneben sollen Einsparpotenziale bei den Sanierungskosten erarbeitet und das Nutzungskonzept auf den Prüfstand gestellt werden. Eine Wiederinbetriebnahme des Gastronomiebereichs wurde aus dem Nutzungskonzept gestrichen. Auch die Suche nach Investoren soll kein Tabuthema sein. Den Anregungen aus den Bürgerversammlungen entsprechend möchte das Gremium in dieser Frage künftig intensiver mit den Bürgern zusammenarbeiten.