Der ehemalige AfD- und zuletzt parteilose Stadtrat Arnd Feistel hat nun laut einer Pressemitteilung seine Mitgliedschaft zur Alfa offiziell bestätigt hat.

Damit hat die Alfa ihr erstes Kommunalmandat in Franken, nachdem bereits die beiden früheren Münchner AfD-Stadträte eine Alfa-Gruppierung gegründet hatten.

Der Gründer der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hatte sich zusammen mit Mitstreitern aufgrund des Rechtsrucks im vergangenen Sommer von seiner ehemaligen Partei losgesagt und unmittelbar danach die Alfa ins Leben gerufen. Tatkräftig mit dabei ist seit Beginn auch Feistel. Er bedauert die Entwicklung der AfD: "Leider sind immer mehr Mitglieder zur AfD gestoßen, die den liberalen Teil der AfD an den Rand gedrängt haben.
Personen, die man weitgehend zur sogenannten Neuen Rechten zählen muss."

Feistel räumt auch Fehler ein: "Wir haben Neumitglieder leider nicht ausreichend geprüft und wurden diese Leute, wenn sie einmal in der AfD waren, nicht mehr los." Fehler, die laut Fesitel in der Alfa nicht mehr vorkommen sollen. Die neue Partei, die sich als bürgerlich-liberal bezeichnet, prüfe Neumitglieder sehr eingehend.


Koordinatior für Oberfranken

Feistel, der zurzeit im Auftrag des Landesvorstandes federführend die Koordination für Ober- und Unterfranken in seinen Händen hält, ist intensiv mit der Prüfung der neuen Mitgliedsanträge beschäftigt. "Im Schnitt bekomme ich jede Woche eine neue Anfrage." Nach einer Internet-Recherche und einem Telefonat wird entschieden, ob das Neumitglied sofort die Vollmitgliedschaft erhält oder sich zunächst mit einer Gastmitgliedschaft abfinden muss.

Inhaltlich will die Partei auf einem Bundesparteitag in Ludwigshafen Ende Februar ein umfangreiches Parteiprogramm verabschieden. Schwerpunkte würden bei der "verfehlten Eurorettungspolitik", der Renten- und Familienpolitik liegen - und auch beim Thema Asyl.

Die Alfa befürworte unter anderem eine "atmende Obergrenze" für die Aufnahme von Flüchtigen. Konkret heiße dies laut Pressemitteilung, dass keine feste Obergrenze definiert werden soll, sondern eine Obergrenze, die sich an den Möglichkeiten der einzelnen Kommunen orientiere.


Ja oder Nein im Stadtrat

Für sein Stadtratsmandat hat Arnd Feistel eine neue Internet-Seite umgesetzt. Insbesondere sollen die Bürger dort sein Abstimmungsverhalten nachvollziehen können. "Ich werde dort begründen, warum ich bei Entscheidungen mit Ja oder Nein im Stadtrat gestimmt habe", erläutert Feistel.