Spaziergänger und Autofahrer, die am Augraben im Forchheimer Süden vorbeikommen, fragen sich womöglich gerade, wieso meterhohe Holzkonstruktionen unter der Stromleitung stehen. Das hat den Grund, dass die Bahnstromleitung "419" - die aus dem Jahr 1938 stammt - erneuert werden muss.

"Bahn Energie", eine Tochtergesellschaft der Bahn, hat den Auftrag in Forchheim übernommen. "Bei der letzten Überprüfung haben wir festgestellt, dass die Leitung erneuert werden muss", sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Die insgesamt 80 Kilometer lange Stromtrasse wird in zwei Bauabschnitten erneuert. Die erste Hälfte zwischen Ebensfeld und Eggolsheim wurde bereits im Herbst des vergangenen Jahres abgeschlossen.

Nun folgt der zweite Bauabschnitt zwischen Eggolsheim und Nürnberg. Die Bewohner im Forchheimer Baugebiet Augraben verfolgen diese Entwicklung mir Argwohn und reichlich Unbehagen. "Wir haben alles versucht, damit die Bahntrasse in den östlichen Bereich verlegt wird", sagt Tassilo Schlurick. Schlurick und seine Nachbarn fürchten, dass ihre Gesundheit unter dem Elektrosmog leiden könnte. Sie konnten mir ihren Argumenten auch OB Franz Stumpf (CSU/WUO) überzeugen. "Er hat sich für unsere Interessen sehr eingesetzt", bestätigt Schlurick.


Fertigstellung Ende 2012



Daran, dass die Bahn kein Interesse an einer Verlegung der Trasse hatte, konnte aber auch der Einsatz Stumpfs nichts ändern. Damit den Bahn-Arbeitern nichts zustößt, wurden jetzt die Holzmasten aufgestellt. "Die Stromleitungen laufen auf zwei Systemen. Eine Leitung wird abgeschaltet, damit die Arbeiter gefahrlos arbeiten können. Damit jedoch die Eisenbahnen weiterhin dem Strom versorgt bleiben, wird die zweite Leitung auf den Holzmasten gelegt", erklärt der DB-Sprecher.

Er glaubt nicht, dass die Arbeiten vor Ende des Jahres abgeschlossen sein werden. Bis dahin soll das Fundament neu betoniert werden und die Seile sowie Stahlmasten ausgetauscht sein. 17 Millionen Euro wird dies alles kosten.

Den Anwohnern bleibt nun keine andere Wahl, als die Sanierungsarbeiten zähneknirschend zu akzeptieren. "Wir brauchen schlagkräftige Argumente, um noch etwas verändern zu können. Aber die haben wir nicht", schickt sich Schlurick ins Unvermeidliche. abe