Im Zeitalter der sozialen Medien, von E-Mails und WhatsApp scheint die gute alte Postkarte nur noch etwas für Traditionalisten zu sein. Oder für Sammler wie Günther Klebes. Der 71-jährige Erlanger liebt alte Postkarten, genauer solche mit alten Motiven aus dem deutschsprachigen Raum.

Nun war er auf der Suche nach einer Karte vom Baiersdorfer Bahnhof und entdeckte dabei eine seltene Ortsansicht der Stadt.

Erlanger ersteigert seltene Ansichtskarte aus Baiersdorf

"Ich bin bei einer luxemburgischen Internet-Auktion auf die Karte gestoßen. Dort war sie als ,la ville allemande'  angeboten worden. Sofort erkannte ich, dass es eine Karte aus  Baiersdorf war, das Ortsbild war mir von da gut bekannt. Das bestätigte  dann auch die Aufschrift auf der Rückseite",  sagt der Schulbusfahrer, der in Erlangen zu Hause ist.

Gedruckt wurde das Stückchen Fotopapier etwa im Jahr 1955 in einem ortsansässigen Verlag. Versandt wurde es im November 1957 nach Hoeilaart in Flandern (Belgien). Klebes glaubte eine Zapfsäule auf dem Bild zu erkennen. Eine Recherche vor Ort bestätigte dies. Die heutige Tankstelle in der Stadt hatte dort ihren Ursprung.

Weil er der einzige Bieter war, konnte er die Wunschkarte auch noch zum Schnäppchenpreis von gerade einmal 1,75 Euro  erwerben. "Das ist eigentlich viel zu billig", kommentiert das der Käufer. Normalerweise wäre er bereit gewesen, dafür bis zu fünf Euro auszugeben; denn es war eine selten angebotene Karte. Diesen Preis zahlte er aber dann auch, da noch das Porto für einen eingeschriebenen Auslandsbrief dazukam. Es gebe aber auch Philokartisten - das sind Sammler und Erforscher von Postkarten -, die einen zweistelligen Betrag für eine Ansichtskarte hinblättern würden.