"Ich bin zutiefst bestürzt und erschrocken über die Gewalttaten in den vergangenen Tagen. Den Angehörigen der Opfer spreche ich mein Mitgefühl aus", sagt Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Die schrecklichen Taten haben aber keinerlei Auswirkungen auf das Annafest. Klaus Backer, der Ordnungsamtsleiter der Stadt Forchheim erklärt: "Das Annafest läuft weiter. Mit der Polizei sind wir in sehr engem Kontakt: Es liegen keine Warnhinweise für das Annafest vor. Wir sind wachsam, verfallen aber in keinen hysterischen Zustand."
Die Freien Wähler (FW) nehmen in einer Pressemitteilung Stellung zum Thema Sicherheit: "Aus Anlass der islamistisch geprägten Anschläge von Würzburg und Ansbach und des Amoklaufs von München, aber auch im Hinblick auf die sich zum sechsten Mal jährende Tragödie im Rahmen der 'Love-Parade' in Duisburg fordern die Freien Wähler aus Stadt und Landkreis Forchheim eine inhaltliche Hinterfragung der vorhandenen Sicherheitskonzeptionen."


Sicherheitskonzept prüfen?

"Wir wollen mit unserer Forderung keine Panik verbreiten, halten es aber unter Einbeziehung der seit längerem vorhandenen und aktuell aus den schrecklichen Ereignissen gewonnenen neuen Erkenntnisse für dringend geboten, die Sicherheitskonzepte der Stadt und des Landkreises Forchheim bis hin zum Katastrophenfall zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen", erläutert o Manfred Hümmer, Kreisvorsitzender der FW. Für Großveranstaltungen wie das Annafest in Forchheim halte er es zudem "für angemessen, nicht nur eine papiermäßige Überprüfung der Konzeptionen vorzunehmen, sondern die möglichen Szenarien unter Einbeziehung aller Sicherheits-, Ordnungs-, Rettungs- und technischen Hilfskräfte vor Ort im Rahmen einer Großübung durchzuspielen".

Die Stadt Forchheim hat indes die Polizei gebeten, das Personal für das Annafest erheblich aufzustocken und vermehrt Präsenz zu zeigen, führt Klaus Backer aus. Die Besucher werden gebeten, keine größeren Taschen oder Rucksäcke auf das Fest mitzubringen. Mit Taschen- oder Rucksackkontrollen muss im Einzelfall gerechnet werden.


Achtsam sein

Verantwortliche der Stadt und der Polizeiinspektion Forchheim hatten zudem im Vorfeld des Annafests darüber beraten, Rettungsinseln für Frauen einzurichten. Ergebnis der Beratungen war, dass die Ausdehnung und topografische Gegebenheit des Geländes dieses Vorhaben nicht unterstützt. "Was würde es einer belästigten Frau im Bereich der oberen Keller nutzen, wenn gegenüber dem Riesenrad eine Rettungsinsel installiert wird?", war eine Frage. "Aus diesem Grund bittet die Stadt Forchheim, alle Mädchen und Frauen, die sich belästigt fühlen oder die belästigt wurden, sich sofort an die in der Nähe positionierten Sicherheits- oder Polizeikräfte zu wenden", heißt es in einer städtischen Mitteilung.

Sollten Besucher etwas Verdächtiges in irgendeine bedrohende Richtung bemerken, mögen sie sich an die Polizei, die Festleitung, Security oder Wirte und Schausteller wenden.Die Telefonnummer der Festleitung lautet 09191/702570 und hängt an jeder Bude und bei jedem Keller aus.