Dort, direkt vor dem Festspielhaus, sucht frau nämlich gerne auf den letzten Drücker das passende Accessoire zum Abendkleid. "An meinem Stand kommen keine Leute, die etwas vergessen haben, sondern die etwas Besonderes wollen", sagt die 47-Jährige.

Zwölf bis 15 Stück können das schon mal an einem guten Abend sein, allerdings auch kein einziges, wenn das Wetter nicht mitspielt. "Mein Geschäft ist schon ein bisschen abhängig von der Temperatur. Ich brauche immer einen kalten Tag - dann geht's!", erzählt Sabine Schweiger. Wer bei ihr einkauft, muss einen größeren Geldbeutel dabei haben: Die günstigsten Schals gibt es ab 99 Euro, die teuerste Stola kostet rund 490 Euro. Dafür erhält der Kunde ein Unikat.

Seide, Wolle und Hanf

"Für jeden Strich mische ich selbst die Farben zusammen.
Es entsteht immer ein ganz individuelles Stück mit einem Farbverlauf, den es nur einmal auf der Welt gibt", erklärt die Textilkünstlerin. Ihre Werkzeuge sind nur ein Pinsel und eine Hand. Nachdem sie die Stoffe - vor allem Seide, Wolle und Hanf - gefärbt hat, lässt sie diese nähen.

Auch wenn ihre Arbeit hauptsächlich ein "Saisongeschäft" sei, lasse sich davon leben, wie Sabine Schweiger auf Nachfrage von Moderator Josef Hofbauer bekräftigt. Neben den Festspielen verkauft und vertreibt sie ihre Textilkunst auch noch in ihrem Neuhauser Atelier Sarai (Bergstraße 10), in einem kleinen Laden in Dresden und im Internet. Hier kann man auch Bilder und Farbklangobjekte von Sabine Schweiger bestaunen.

Alte Handwerkstechniken

Das Thema Kunsthandwerk ist auch die große Leidenschaft von Bianca Roth-Helmenstein. Die Buchbinderin, Erzieherin und Museumspädagogin bietet in der "Alten Posthalterei" verschiedene Kurse zu alten Handwerkstechniken an. Das Konzept komme sehr gut an: "Obwohl wir keine Werbung machen, können wir die Anfragen gerade so bearbeiten." Vor allem bei Kinder- und Jugendgeburtstagen seien ihre Angebote sehr beliebt. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet.