In der monatlichen Rubrik "Aus dem Forchheimer Tagblatt vor 90 Jahren" - zusammengestellt vom Forchheimer Stadtarchivar Rainer Kestler - war zu lesen, dass 1930 ein Luftschiff ("Graf Zeppelin") über dem Walberla war.

Im Fotoalbum seiner Schwiegermutter Gretl Kroder hat unser Leser Roland Kaplan in diesem Zusammenhang ein interessantes Foto entdeckt. Beschriftet ist es mit: "1936 Walberlafest - Luftschiff Hindenburg". Bekannt ist, dass das Bild von einem Gast der Wandergruppe "Edelweiß Fürth", die seit vielen Jahrzehnten die Gastwirtschaft Kroder in Schlaifhausen besuchte, damals bei einer Wanderung gemacht und der Wirtin gegeben wurde. Kaplans Schwiegermutter hat dann später die Notiz hinzugefügt. In Gesprächen habe sie die Echtheit des Ereignisses bestätigt. Bei der 650-Jahr-Feier des Dorfes (2012) wurde das Bild in einer Ausstellung gezeigt, wobei sich ältere Personen daran erinnern konnten.

Die Jungfernfahrt der "Hindenburg" war im März 1936. Auch Stadtarchivar Kestler geht davon aus, dass das Bild authentisch ist. "Zeppeline waren der Stolz der Nation", sagt er. Auf der Strecke Friedrichshafen - Berlin hätten sie Zwischenstation in Bayreuth gemacht. Doch die Beschriftung "Hindenburg" ist offensichtlich falsch. Die Archivleiterin Barbara Waibel

vom Zeppelin-Museum in Friedrichshafen teilt auf Anfrage mit: "Das Foto ist zwar sehr unscharf, aber es lässt doch zweifelsfrei erkennen, dass es sich bei dem Luftschiff nicht um LZ 129 ,Hindenburg' (das bei Lakehurst im Mai 1937 abgestürzte Luftschiff), sondern um LZ 127 ,Graf Zeppelin' handelt. Da ich auch keine Hakenkreuze oder sonstige Hoheitszeichen an den Stabilisierungsflächen am Heck erkennen kann, würde ich das Foto auf die Zeit 1928 bis 1933 datieren." In der Tat erschien am 8. September 1930 folgende Meldung in der Zeitung (damals "Forchheimer Taglatt"): "Gestern am Sonntag passierte anlässlich der Landungsfahrt nach Breslau das Luftschiff ,Graf Zeppelin' das Walberla, wo es dann in Richtung Bayreuth weiter flog."

Das deckt sich mit der Einschätzung der Archivarin, so dass das Foto genau zu dieser Meldung passen könnte. "Zeppelinflüge waren ja immer ein besonderes Ereignis für eine Stadt und wurden daher in der Lokalpresse meist ausführlich beschrieben", weiß die Archivleiterin.

Der Absturz

Der Zeppelin LZ 129 "Hindenburg" seinerseits war neben seinem Schwesterluftschiff LZ 130 eines der beiden größten jemals gebauten Luftfahrzeuge. Am 6. Mai 1937 wurde er bei der Landung in Lakehurst (New Jersey, USA) zerstört, als sich die Wasserstofffüllung entzündete. 35 der 97 Menschen an Bord sowie ein Mitglied der Bodenmannschaft kamen ums Leben.